Biathlon National
Fischer nimmt Abschied vom aktiven Biathlon-Sport

Sven Fischer beendet seine aktive Biathlon-Karriere. "Ich bin mir sicher, dass es der richtige Zeitpunkt ist, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen", erklärte der viermalige Olympiasieger.

Sven Fischer beendet seine Karriere: Der viermalige Biathlon-Olympiasieger tritt nach 14 Jahren in der Weltspitze zurück. Drei Wochen nach seinem 36. Geburtstag gab der Thüringer aus Schmalkalden wie erwartet den Abschluss seiner Laufbahn bekannt. "Es ist der richtige Zeitpunkt, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen" erklärte der viermalige Olympiasieger nach monatelangem Zögern wie erwartet seinen Abschied. Der Thüringer will sich künftig lieber mit Hausbau und Hochzeit beschäftigen als mit Schieß- und Konditionstraining, dem Biathlon aber als ZDF-Experte die Treue halten.

Fischer ist sich "hundertprozentig sicher"

"Wenn ich merke, dass die Schinderei zu groß wird und es keinen Spaß mehr macht, dann kann es mit dem Aufhören ganz schnell gehen", meinte Fischer nach seinem letzten großen Erfolg, dem dritten WM-Staffelplatz in Antholz. Drei Monate später siegte offenbar erst nach zähem Ringen die Vernunft über die Leidenschaft. "Die Entscheidung ist mir schwergefallen, aber mittlerweile bin ich hundertprozentig sicher, dass sie richtig ist."

Der Muster-Athlet ("Wenn ich zwei Wochen im Urlaub bin, werde ich nach einer Woche verrückt, muss in den Pool springen und ein paar Kilometer mehr schwimmen") ist ab sofort für "mindestens zwei Jahre" ein "Abtrainierer". Bundestrainer Frank Ullrich muss den bislang in Klammern auf seiner Kaderliste stehenden Namen Fischer endgültig streichen.

"Körperlich", so erzählt Vater und Manager Willi Fischer, "hat es der Sven locker noch drauf. Aber er ist ein Familienmensch und will nicht mehr durch die Weltgeschichte reisen." Töchterchen Emilia-Sophie, geboren während der Heim-WM 2004 in Oberhof, hätte den Papa in letzter Zeit am Telefon immer gefragt, ob er denn bald nach Hause komme: "Das hat dem Sven den letzten Stich gegeben."

Sprintsieg in Turin der Glanzpunkt

Vor 15 Jahren rückte Sven Fischer in den Auswahl-Kader der deutschen Skijäger auf, gewann 1993 bei der WM in Borowetz/Bulgarien seinen ersten Titel und schaffte ein Jahr später trotz des damaligen Rummels um eine Unterschrift als Stasi-IM mit Olympiagold in Lillehammer den Durchbruch. Höhepunkt seiner Karriere waren die Olympischen Spiele in Turin 2006, als er sich mit dem Sprintsieg den Traum von der olympischen Einzel-Goldmedaille erfüllte und zudem nochmal Staffel-Olympiasieger wurde.

In Sven Fischer verabschiedet sich nach Frank Luck, Peter Sendel (beide Oberhof) und Ricco Groß (Ruhpolding) der Letzte der so genannten großen Vier von der Weltbühne des Biathlons. Im Quartett waren die deutschen Ausnahme-Athleten Olympiasieger 1994 und 1998, Weltmeister 1995, 1997 und 2003 und galten in diesen Jahren bei Saisonhöhepunkten als nahezu unschlagbar.

"Um mich muss man sich keine Sorgen machen"

Im Gegensatz zu Sendel und Groß will Fischer zunächst nicht die Trainer-Karriere einschlagen. "Ich habe mich immer durchgeboxt. Um mich muss man sich keine Sorgen machen", meint der zweimalige Weltcup-Gesamtsieger (1997 und 1999), der bei einem Thüringer Logistik-Unternehmen angestellt ist und dort auf Motivationskursen mit seiner Rhetorik glänzt. Vor Trainern und Übungsleitern referierte Fischer gerade eine Stunde lang zum Thema "Wie überwinde ich tagtäglich meinen inneren Schweinehund".

Künftig soll er im ZDF die Leistungen jener Jungs analysieren, mit denen er bislang um die Siege (33 schaffte Fischer im Weltcup, insgesamt 150 Podestplätze) stritt und sogar baden ging (mit Michael Rösch nach dem Staffelgold in Turin). Daheim in Schmalkalden am Fuße des Rennsteigs sucht der Hobby-Jäger und -Handwerker mit seiner Doreen gerade ein Baugrundstück. Das "Lotterleben" (Vater Willi) mit Sportsachen beim Vater und Wohnen in Doreens Zweizimmer-Wohnung will er möglichst zügig beenden.

© SID

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