Biathlon National
Luck nimmt Bundestrainer Ullrich in Schutz

Ex-Weltmeister Frank Luck hat sich nach seinem Doping-Geständnis vor Bundestrainer Ullrich gestellt. Dieser habe ihn weder angestiftet noch sei er je beim Konsum dabei gewesen.

Frank Luck nimmt seinen früheren Trainer Frank Ullrich in Schutz und soll als einer der Kronzeugen vor der Doping-Kommission des Deutschen Skiverbandes (DSV) aussagen. Der elfmalige Biathlon-Weltmeister bekräftigte nach seinem Geständnis, ohne Wissen gedopt worden zu sein, dass der heutige Bundestrainer Ullrich nichts mit den Vorkommnissen in der damaligen DDR zu tun gehabt hat.

"Ich kann ganz klar sagen, dass Frank Ullrich niemals anwesend war, wenn wir diese Pillen bekamen", sagte Luck der Thüringer Allgemeinen. Ullrich habe ihn auch nie angehalten, irgendwas zu schlucken. Er habe die Pillen vom damaligen Mannschaftsarzt Dr. Arlt bei Trainingslagern erhalten und diesen dann nie wieder gesehen.

Die von DSV-Vizepräsident Franz Steinle geleitete Ullrich-Kommission wird Lucks in der Presse getätigten Aussagen in ihre Ermittlungen einbeziehen. "Die DSV-Kommission ist derzeit dabei, die Sachlage zu sondieren. Insoweit werden auch die zu diesen Vorwürfen bereits erfolgten Stellungnahmen beigezogen, wie beispielsweise auch die von Frank Luck. Nach der Bestandaufnahme sind Anhörungen geplant", sagte der Steinle auf SID-Anfrage.

Erste Stellungnahme der Kommission nicht vor Mai

Steinle betonte erneut, dass aufgrund der komplexen Aufgabenstellung nicht vor Mai mit einem ersten Meinungsbild der Kommission zu rechnen sei: "Bis dahin haben die Mitglieder der Kommission Vertraulichkeit über den Verlauf und den Stand der Erhebungen vereinbart."

Luck betonte derweil, seine späteren Erfolge, neben den elf WM-Titeln auch zwei olympische Goldmedaillen, ohne Doping erreicht zu haben. "Ich kann reinen Gewissens in den Spiegel schauen. Ich habe meine Erfolge sauber errungen, ohne jegliche unlautere Mittel", betonte der Oberhofer. Der 41-Jährige hatte seine Karriere 2004 beendet und arbeitet heute als TV-Kommentator sowie im Sportmarketing einer Bank.

Roetsch bestreitet Doping

Luck hatte 1994 bei einer Vernehmung durch das Landeskriminalamt Thüringen ausgesagt, dass ihm vor der Saison 1987/88 das DDR-Anabolikum Oral-Turinabol verabreicht worden sei. Er habe dies aber erst realisiert, als die LKA-Beamten ihm die Pillen vorgelegt haben.

Ullrich war unter anderem vom früheren Biathleten Jürgen Wirth der Verstrickung ins DDR-Dopingsystem beschuldigt worden. Der Coach hatte die Behauptungen jedoch energisch zurückgewiesen.

Im Zusammenhang mit den Vorwürfen hatte Frank Peter Roetsch, mit Luck 1989 Staffel-Weltmeister, bereits dem Sport-Informations-Dienst (SID) gesagt, nie Doping betrieben zu haben: "Mit mir war Doping nicht zu machen. Ich habe nichts genommen." Auch Lucks frühere Mitstreiter Matthias Jacob, Sven Fischer, Peter Sendel, Frank-Peter Roetsch und Andre Sehmisch hatten erklärt, von Ullrich nie zur Einnahme von Dopingmitteln aufgefordert worden zu sein.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%