Biathlon-Staffel der Damen: „Als Favorit kann man schnell mal versagen“

Biathlon-Staffel der Damen
„Als Favorit kann man schnell mal versagen“

Nach zwei Silber- und einer Goldmedaille in den Einzelwettbewerben wollen die Mädels von Bundestrainer Uwe Müßiggang heute um den Sieg mitlaufen.

rad/HB SAN SICARIO. Nach den bisherigen Eindrücken deutet einiges auf einen Zweikampf mit den starken Russinnen hin. Doch der Herren- Wettbewerb hat einmal mehr gezeigt, wie schnell vermeintliche Top-Teams scheitern können. "Auch Favoriten können schnell mal am Schießstand versagen. Und auf sechs Kilometern kann man dann gar nicht so viel gut machen", sagt Kati Wilhelm. "Wir können nicht einfach die Platzierungen aus den Einzelrennen zusammenrechnen, darunter einen Strich machen und sagen: ´Deutschland wird Olympiasieger`, sagte Wilhelm, die in der Verfolgung souverän Gold gewann.

Der Rotschopf wird heute als Schlussläuferin für die deutsche Mannschaft starten. "Kati mit ihrem starken Stehendanschlag ist eine Bank auf der Schlussrunde", stellte Bundestrainer Uwe Müßiggang fest.

Den Anfang macht Martina Glagow, die weiteren Positionen hat Trainer Müßiggang mit Andrea Henkel und Katrin Apel besetzt. Damit läuft die deutsche Damen-Staffel erstmals seit der olympischen Premiere im Jahr 1992 ohne Uschi Disl. Die schwachen Leistungen bei den Mannschafts-Wettbewerben in Östersund und Oberhof in diesem Winter, wo Disl jeweils zwei Mal in die Strafrunde musste, gaben den Ausschlag gegen die 35-Jährige. Die mit acht olympischen Medaillen erfolgreichste Biathletin weltweit reagierte enttäuscht aber einsichtig: "Wir sind eine starke Mannschaft. Ich kann Uwes Entscheidung nachvollziehen und akzeptieren."

Müßiggang begründete seinen Entschluss mit den stabileren Schießleistungen von Apel. "Seit der Verkürzung der Laufstrecke von 7,5 auf sechs Kilometer ist das Schießen wichtiger geworden." Der 32-Jährigen bietet sich nun die Chance, als erste Biathletin zum dritten Mal in Folge olympisches Staffel-Gold zu gewinnen.

"Das wäre ein Traum, wenn uns das Gleiche wie den Männern gelingen würde", sagte Apel, die ihre größten Erfolge stets in den Staffeln gefeiert hat. In ihrer zu Ende gehenden Laufbahn hatte sie großen Anteil an sechs deutschen Staffeltiteln bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen.

Trainer Müßiggang ist sich sicher, dass die Nerven aufreibende Staffel am Schießstand entschieden wird. "Läuferisch waren wir fast die ganze Saison über die stärkste Mannschaft", sagte Müssiggang. Als schärfste Konkurrentinnen schätzt er die Russinnen ein - ohne die dopinggesperrte Olga Pylewa. "In Ruhpolding benötigten sie bei ihrem hauchdünnen Sieg nur einen Nachlader - und das ohne Pylewa. In den bisherigen olympischen Rennen trafen sie auch besser als jedes andere Team", sagte er. Doch auch die Chinesinnen, die Norwegerinnen und Französinnen seien hoch einzuschätzen.

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