Biathlon Weltcup: Biathlon-Staffel beschert Heimpublikum den Sieg

Biathlon Weltcup
Biathlon-Staffel beschert Heimpublikum den Sieg

Zum Auftakt des Biathlon-Weltcups in Oberhof hat die deutsche Herren-Staffel die mehr als 20 000 Zuschauer zufrieden nach Hause geschickt. Dem DSV-Quartett gelang ein Sieg vor Russland und Weißrussland.

Toller Heimerfolg für die deutsche Biathlon-Staffel: Zum Auftakt des Weltcups in Oberhof verwiesen der Ruhpoldinger Ricco Groß, die einheimischen Alexander Wolf und Sven Fischer sowie Schlussläufer Michael Greis aus Nesselwang nach 4x7,5km in 1:25:19,8 Stunden Vizeweltmeister Russland mit 32,2 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz. Dritter wurde 4,4 Sekunden dahinter Ex-Weltmeister Weißrussland.

"Beim Heimrennen die Staffel zum Sieg laufen, das ist einfach gigantisch. Ein fantastisches Gefühl", sagte Schlussläufer Greis. Der Sportsoldat vom SK Nesselwang schaffte diesmal sogar die Jubelpose im Ziel mit der deutschen Fahne. Vor zwei Jahren war er dabei auf der Ziellinie ins Stolpern gekommen.

Von Ricco Groß (Ruhpolding), Alexander Wolf und Sven Fischer (beide Oberhof) in die dritte Position gebracht, setzte sich Greis durch eine fast fehlerfreie Schnellfeuer-Einlage beim Liegendschießen unter dem Jubel von offiziell 15 500 Zuschauern am Oberhofer Grenzadler an die Spitze und gab die Führung nicht mehr ab, obwohl er im Stehendanschlag dreimal nachladen musste.

Bundestrainer Ullrich schwärmt

"So spannend wollte ich es wirklich nicht machen. Da habe ich ganz schön rumgezaubert, aber zum Glück haben die Anderen auch gepatzt", schilderte Greis die Entscheidung zugunsten der deutschen Staffel, die für den Sieg insgesamt 19 000 Euro als Teamprämie kassierte. "Faszinierend, was der Michi abgeliefert hat", anerkannte auch Bundestrainer Frank Ullrich. "Insgesamt war es ein sehr schweres Rennen, wo niemand ungerupft über die Distanz kam, und wir dank Michi gewonnen haben."

Der dreimalige Staffel-Olympiasieger Ricco Groß brachte das deutsche Quartett mit einer routinierten Vorstellung auf Anhieb an die Spitze. "Bei dem Nebel nur zweimal nachgeladen - damit kann ich leben. Ich denke, meine Form stimmt langsam", sagte der Wahl-Bayer, der gemeinsam mit Fischer und Greis bereits in jener Staffel gestanden hatte, die im Februar 2004 an gleicher Stelle mit dem Triumphzug zum Gold für den WM-Höhepunkt gesorgt hatte.

Dann allerdings trat Alexander Wolf auf den Plan. Der lange Oberhofer, der am Freitag (14.15 Uhr/live) erstmals in seiner Karriere im Gelben Trikot des Weltcup-Führenden zum Sprintrennen antreten darf, leistete sich im Stehendschießen vier Fehlschüsse und musste eine Strafrunde drehen. Gleiches war ihm bereits in den beiden bisherigen Staffeln des Olympiawinters in Östersund sowie Hochfilzen widerfahren.

Spitenreiter Wolf flattern die Nerven

Ullrich aber wollte in "Wolfs Revier" trotzdem nicht auf den im sportlichen Höhenflug befindlichen Einheimischen verzichten. "Das muss ich auf meine Kappe nehmen. Den Nebel habe ich wohl unterschätzt, aber einen Staffel-Komplex habe ich nicht", meinte Wolf wohlwissend, dass er seine Position als Staffel-Wackelkandidat für die Olympischen Spiele diesmal nicht verbessern konnte. Sven Fischer hielt den von Wolf übernommenen Rang drei, den Rest besorgte Greis.

Durch ihren zweiten Saisonsieg rückten die deutschen Staffelläufer mit 124 Punkten in der Weltcup-Gesamtwertung hinter Russland (138) auf Rang zwei vor.

In der WM-Arena am Oberhofer Grenzadler bestreiten die Damen am Donnerstag (17.15 Uhr) ebenfalls unter Flutlicht ihr Staffelrennen über 4x6km. Bundestrainer Uwe Müssiggang nominierte die deutsche Sportlerin des Jahres Uschi Disl (Moosham) als Startläuferin, außerdem Andrea Henkel (Großbreitenbach), Katrin Apel (Frankenhain) sowie Kati Wilhelm (Zella-Mehlis). Damit läuft exakt das Quartett, dass 2002 in Salt Lake City Olympia-Gold holte.

© SID

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