Biathlon Weltcup
Deutsche Damen-Staffel in Oberhof auf Platz zwei

Die deutsche Biathlon-Staffel der Damen hat beim Weltcup in Oberhof den zweiten Platz belegt. Das Team musste sich über die 4x6-km-Distanz nur den Französinnen geschlagen geben. Der dritte Rang ging an Weißrussland.

Die deutschen Biathletinnen haben beim Heim-Weltcup in Oberhof den ersten Staffelsieg seit einem Jahr nur um 7,1 Sekunden verpasst und Rang zwei belegt. Nach 4x6km lagen Doppel-Weltmeisterin Uschi Disl vom SC Moosham sowie die drei Thüringerinnen Andrea Henkel aus Großbreitenbach, Katrin Apel aus Frankenhain und Kati Wilhelm aus Zella-Mehlis hinter Frankreich, das in 1:22:34,3 Stunden seinen ersten Saisonsieg feierte. Platz drei ging an dass Quartett aus Weißrussland (19,3 Sekunden zurück).

"Mehr war einfach nicht drin", sagte Schlussläuferin Kati Wilhelm, die hinter Überraschungssieger Frankreich Rang zwei sicherte. Das durch vier Strafrunden belastete Olympiasieger-Quartett von Salt Lake City mit Uschi Disl, Andrea Henkel, Katrin Apel und Kati Wilhelm konnte damit nicht ganz an die Vortags-Leistung der Herren anknüpfen, die das Weltcup-Heimspiel im Thüringer Wald mit einem triumphalen Sieg eröffnet hatten.

Wilhelm: "Habe wirklich alles versucht"

"Ich habe wirklich alles versucht und mich läuferisch auch topfit gefühlt. Aber Sandrine war zu stark. Die Lücke konnte ich nicht mehr schließen", sagte Kati Wilhelm. Die Weltcup-Spitzenreiterin kämpfte, von 16 000 Fans am Grenzadler frenetisch angefeuert auf der Schlussrunde um den Sieg, überholte die zunächst vor ihr liegende Weißrussin Olena Zubrilowa noch, kam aber an die Französin Sandrine Bailly nicht mehr ganz heran. Damit ist die Staffel des Deutschen Skiverbandes DSV nunmehr seit exakt einem Jahr ohne Sieg.

"Macht nichts, die Mädel haben sich wirklich gut geschlagen", resümierte Bundestrainer Uwe Müssiggang und nahm seine Fehlschützinnen in Schutz. "Von den Spitzenmannschaften ist niemand fehlerfrei durchgekommen. Das hat es lange nicht gegeben. Für uns hätte es auch ganz anders ausgehen können." Der Coach meinte damit Weltmeister Russland und den zweimaligen Saisonsieger Norwegen, die über die Ränge vier beziehungsweise sechs nicht hinaus kamen.

Mühe am Schießstand

Bei typischem Oberhof-Wetter mit Nebel und böigem Wind hatten die Damen allergrößte Mühe, am Schießstand den Durchblick zu behalten. Müssiggang hatte zum ersten Mal im Olympiawinter Uschi Disl auf die Startposition beordert, und die gerade zur Sportlerin des Jahres gekürte Altmeisterin leistete sich wie bereits beim Saisonstart in Östersund eine Strafrunde. "Diesmal kann ich mir keinen Vorwurf machen", meinte Disl. "Es war so brutal schwer, zu schießen. Da war ich mit einer Runde noch gut dabei."

Wie schwer es die Läuferinnen der 16 Staffeln hatten, demonstrierte unfreiwillig Andrea Henkel. Die Doppel-Olympiasiegerin und beste deutsche Schützin musste ebenfalls eine Strafrunde drehen und meinte hinterher: "Es war nicht nur der Nebel. Da kommt plötzlich mal so eine kleine Böe an und schon ist der Schuss daneben."

Trotz der zwei Runden lag das deutsche Quartett bei Halbzeit des Rennens in Führung. Weil Disl und Apel stark liefen und Weltmeister Russland ebenfalls bereits mit zwei Strafrunden belastet war. Katrin Apel, die in der dritten Saisonstaffel zum zweiten Mal einen Startplatz erhielt, verdoppelte das deutsche Strafrunden-Konto auf vier und gab damit keine Empfehlung in Richtung Olympische Spiele ab. "Wer in Turin die Staffel läuft, wird nicht hier und auch nicht nächste Woche in Ruhpolding entschieden. Wir haben noch 36 Tage Zeit dafür", sagte Müssigang.

© SID

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