Biathlon Weltcup
Deutsche Skijäger bei Norwegens Sieg auf Rang drei

Die deutschen Biathleten haben beim Staffel-Wettbewerb in Oberhof nicht an den Damen-Erfolg anknüpfen können und Platz drei belegt. Den Sieg sicherte sich der norwegische Vierer vor Russland.

Es war nicht der Tag des Olympiasiegers: Ausgerechnet Team-Star Michael Greis hat der deutschen Staffel den Heimsieg beim Biathlon-Weltcup in Oberhof vermasselt. Nach zwei Strafrunden des dreifachen Olympiasiegers belegte das Quartett mit Michael Rösch (Altenberg), Alexander Wolf (Oberhof), Andreas Birnbacher (Schleching) und Schlussläufer Greis nur Platz drei hinter Norwegen und Russland. Deutschland wartet damit seit seit Jahren auf einen Staffel-Erfolg.

"Ich kann mir das nicht erklären. Offenbar habe ich den Wind falsch berechnet. Vielleicht bin ich in ein Windloch geraten", sagte der bitter enttäuschte Michael Greis, der noch in Turin die deutschen Biathleten zum Gold und damit zum bislang letzten Staffel-Triumph geführt hatte. "Michael hat die Situation falsch eingeschätzt. Er dachte, der Wind wird weniger, aber er wurde stärker", ergänzte Frank Ullrich.

Greis mit fünf Schießfehlern

Der Bundestrainer musste am Schießstand tatenlos zusehen, wie sein sonstiger Paradeschütze gleich fünf seiner acht Patronen beim Liegendschießen neben die Ziele setzte. "Gerade Liegend bin ich eigentlich bombensicher. Das muss einfach am Wind gelegen haben", war Greis wegen seiner zwei Strafrunden untröstlich.

Bis zum persönlichen Debakel des deutschen Vorläufers hatten Michael Rösch, Alexander Wolf und Andreas Birnbacher mit beherzten Läufen die Hoffnungen der 20 000 Fans in der Rennsteig-Arena auf den zweiten Heimsieg innerhalb von 24 Stunden nach dem Triumph der Frauenstaffel geschürt.

Michael Rösch wies auf der Startstrecke deutliche Fortschritte nach und fightete auf der Zielgerade auch noch seine Rivalen aus Norwegen und Russland nieder. "Ich wollte unbedingt als Erster wechseln. Schließlich sind wir hier in Deutschland. Deshalb hatte ich mir für den Endspurt extra noch ein paar Kräfte aufgehoben", sagte Rösch.

Überraschend stark präsentierte sich in seinem "Revier" Lokalmatador Alexander Wolf. Der eigentliche Wackelschütze im deutschen Quartett leistete sich keinen einzigen Fehlschuss und verbesserte damit seine Chancen auf einen Platz in der deutschen WM-Staffel erheblich. "Ist schon etwas besonderes in Oberhof, ohne Schießfehler in der Staffel zu laufen. Aber ich wusste, was ich drauf habe und bin nie nervös geworden", meinte Wolf selbstbewusst.

Birnbacher riskiert alles

Bei Halbzeit der Konkurrenz lagen Russland und Deutschland gleichauf klar in Front. Aber Andreas Birnbacher verlor den Anschluss, weil er beim Liegendschießen gleich alle drei Nachladepatronen verbrauchte. "Ich wollte Zeit gutmachen. Da muss man halt schnell abdrücken", entschuldigte sich Birnbacher, dem nach seinem dreifachen Bänderriss vor Saisonbeginn noch die absolute Frische fehlte und der Michael Greis 15 Sekunden Rückstand als Rucksack auf die Schlussrunde gab. Für den bitteren Rest war Greis allein verantwortlich

. Am Ende kassierten die Norweger mit dem einmal mehr brillianten Schlussläufer Ole Einar Björndalen die 16 000 Euro Siegprämie, und Frank Ullrich konstatierte "eine gute Leistung meiner Jungs. Vielleicht wäre der Sieg noch ein wenig zu früh gekommen."

© SID

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