Biathlon Weltcup
Henkel will Gelbes Trikot nicht mehr hergeben

Heute beginnt für die Biathlon-Damen der Weltcup in Pyeongchang mit dem Sprint über 7,5km. Gleich sieben Ski-Jägerinnen kämpfen im Gesamtweltcup noch um das Gelbe Trikot.

So eng wie dieses Jahr war es beim Biathlon der Frauen noch nie: Gleich sieben Athletinnen rechnen sich noch Chancen auf den Gesamtweltcup aus, darunter auch vier deutsche Damen. Der Weltcup im südkoreanischen Pyeongchang beginnt heute um 10.00 Uhr mit dem Sprint über 7,5km (live in der ARD und bei Eurosport) und verspricht einiges an Spannung, wenn Deutschlands Staffel-Weltmeisterinnen um Andrea Henkel, Kati Wilhelm und Magdalena Neuner fast auf Augenhöhe die Jagd nach der großen Kristallkugel antreten. Auch Martina Glagow wird womöglich starten. Die Mittenwalderin hat ihre Erkältung fast überwunden, über ihren Einsatz wird aber erst unmittelbar vor dem Start entschieden.

Henkel will Gelbes Trikot nicht mehr hergeben

"Das Gelbe Trikot war zwar nicht mein wichtigstes Saisonziel. Aber jetzt habe ich es und will es nicht wieder hergeben", sagt Andrea Henkel. Die in Östersund gleich dreifach vergoldete Großbreitenbacherin übernahm nach vier Siegen in Reihenfolge "Gelb" von Teamgefährtin Kati Wilhelm und hat vor den letzten acht Saisonrennen die besten Chancen, den im Vorjahr erstmals errungenen Titel erfolgreich zu verteidigen.

Henkel liegt in der Gesamtwertung mit 576 Punkten derzeit vor der Französin Sandrine Bailly (542), Glagow (532), Wilhelm (531), Neuner (524), Russlands Weltmeisterin Jekaterina Jurjewa (521) und der Norwegerin Tora Berger (505) hauchdünn in Führung. Alle sieben Skijägerinnen haben in der knappsten Entscheidung der letzten Jahre noch die Kugel im Visier.

"Der Sieg im Gesamtweltcup ist etwas ganz Besonderes. Da wird der beste Biathlet des ganzen Winters geehrt. Das ist für mich ein großer Anreiz", sagt Kati Wilhelm. Die Thüringerin eroberte 2006 die Kristallkugel und hat mit Henkel noch eine Rechnung offen, denn die 30-Jährige schnappte Wilhelm im Vorjahr beim letzten Rennen in Chanty Mansijsk noch den Titel nebst der dafür ausgelobten Prämie von 25 000 Euro weg.

Shootingstar Neuner ohne Druck in letzte Saisonphase

Im Gegensatz zu den beiden routinierten Kolleginnen aus der Östersunder Gold-Staffel geht Publikums-Liebling Magdalena Neuner ohne Druck in die letzte Saisonphase. "Den Gesamtweltcup habe ich in diesem Winter noch gar nicht auf der Liste. Ich bin doch erst 21 und habe noch so viel Zeit", meint Gold-Lena. Mit dem Schwung der drei jüngsten WM-Titel freilich ist die junge Wallgauerin längst nicht abzuschreiben. Zumal mit jeweils drei Sprints und Jagdrennen sowie zwei Massenstarts nur noch Entscheidungen auf dem Programm stehen, in denen Neuner bereits zu Weltmeister-Ehren kam.

Martina Glagow, die 2003 als erste deutsche Biathletin in der Geschichte den Gesamtweltcup gewonnen hatte, verfügt aufgrund der aktuellen Erkältung über die schlechteste Position, ist aber selbst dann noch nicht chancenlos, wenn sie in Pyeongchang doch nicht starten sollte. Laut Reglement des Weltverbandes IBU zählen für die Gesamtwertung alle 26 Saisonrennen minus drei. Die drei schlechtesten Rennen kann demnach jeder Athlet streichen. Bei Glagow wären das möglicherweise zwei aus Südkorea. Henkel zum Beispiel hat zweimal Platz 20 und einen 22. Platz als bislang schlechteste Ergebnisse. Wenn die am Ende gestrichen werden, verliert sie immerhin 31 Punkte.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%