Biathlon Weltcup
Neuner und Wilhelm sorgen für Doppelsieg

Magdalena Neuner hat beim Biathlon-Weltcup in Ruhpolding im Sprint trotz eines Schießfehlers ihren ersten Saisonsieg gefeiert. Kati Wilhelm wurde mit 0,2 Sekunden Rückstand Zweite.

Das deutsche Traumduo Magdalena Neuner und Kati Wilhelm hat den deutschen Biathletinnen den ersten Doppelsieg des Winters beschert. Vor 17 000 begeisterten Fans gewann "Gold-Lena" das 7,5-km-Sprintrennen in Ruhpolding nach furiosem Endspurt mit zwei Zehntelsekunden oder umgerechnet einem knappen Meter Vorsprung auf ihre Teamgefährtin.

Dritte wurde Darja Domratschewa (Weißrussland). Weltcup-Spitzenreiterin Swetlana Slepzowa aus Russland behauptete durch den fünften Platz mit 441 Punkten die Führung in der Gesamtwertung. Neuner (349) ist in dieser Wertung Vierte.

"Ein paar Sekunden richtig wie im Delirium"

"Jetzt geht es mir wieder so richtig gut. Ich bin überglücklich", meinte Magdalena Neuner nach ihrem ersten Saisonsieg, für den die Wallgauerin 10 000 Euro Prämie kassierte. "Am Ende war es verdammt knapp. Ich habe so gekämpft und mich gequält. Im Ziel war ich ein paar Sekunden richtig wie im Delirium", schilderte die sechsmalige Weltmeisterin, die am Ende des elften Weltcup-Triumphes ihrer Karriere eine Minute lang kraftlos im Schnee des Zielraumes lag: "Ich habe nur aufgepasst, dass niemand über mich stürzt."

Kati Wilhelm, die kurz vor Neuner ins Ziel gestürmt war, hatte dort mit düsterer Miene ihre hauchdünne Niederlage mit angesehen, steckte aber den kleinen Rückschlag routiniert weg. "Lena war heute eben ein kleines bisschen schneller als ich. Das geht völlig in Ordnung", sagte die Thüringerin: "Ich hatte ein fast perfektes Rennen, mit dem ich insgesamt sehr zufrieden sein kann. Ich hatte keine Strafrunde. Lena hat eine gegen mich wettgemacht und am Ende natürlich verdient gewonnen."

Auch Bundestrainer Uwe Müssiggang lobte sein Traum-Duo über den sprichwörtlichen grünen Klee: "Das war eine glänzende Vorstellung von Lena und Kati. Lena hat beim Laufen jetzt den richtigen Zug nach vorne. Da ist noch einiges mehr drin."

Henkel stürzt, Hauswald pausiert

Großes Pech hatte Dreifach-Weltmeisterin Andrea Henkel (Großbreitenbach), die auf einer Eisplatte ausrutschte, stürzte und auf den im Herbst gebrochenen rechten Daumen fiel. Henkel musste mit Platz 18 zufrieden sein, aber wenigstens überstand der Daumen das Malheur unbeschadet. Kathrin Hitzer (Gosheim) und Martina Beck (Mittenwald) kamen über die Ränge 25 sowie 37 nicht hinaus.

Simone Hauswald (Gosheim), die im Dezember in Hochfilzen einen Weltcup-Sprint gewonnen hatte, musste kurz vor dem Start wegen einer Erkältung absagen und kann erst in der nächsten Woche in Antholz (22. bis 25. Januar) wieder eingreifen.

Das deutsche Weltcup-Heimspiel im Chiemgau geht am Samstag (14.15 Uhr/live in der ARD und bei Eurosport) mit dem 10-km-Sprintrennen der Männer weiter. Mit dem Start der zuletzt angeschlagenen Weltmeister Michael Greis (Nesselwang) und Andreas Birnbacher (Schleching) ist zu rechnen.

© SID

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