Biathlon Weltcup
Ohne Neuner in den ersten Weltcup

Deutschlands Biathleten fühlen sich vor dem heutigen Weltcup-Auftakt in Östersund gut gerüstet. Allerdings fehlt Magdalena Neuner beim Start in den Olympiawinter.

Die kranke Magdalena Neuner fehlt zwar beim Startschuss in den Olympiawinter im schwedischen Östersund, aber Deutschlands Biathleten fühlen sich für den Angriff aufs Podest dennoch gerüstet. Kati Wilhelm hat ihre Rücktrittsentscheidung erstmal verschoben, Michael Greis so intensiv wie selten zuvor trainiert, und selbst Frank Ullrich fühlt vor seinem letzten Winter als Bundestrainer "ein besonderes Kribbeln".

"Wegen Olympia kein Risiko eingehen"

"Ich erhoffe mir einen starken Start in den Olympiawinter und sechs bis acht Medaillen in Vancouver", sagte Sportdirektor Pfüller dem Sport-Informations-Dienst (SID) vor dem Weltcup-Auftakt heute (17.05 Uhr/live im ZDF). Sechs WM-Medaillen und 26 Podestplätze haben allein die deutschen Frauen im vergangenen Winter gewonnen. Chefcoach Uwe Müssiggang ist sicher, dass auch ohne Neuner über 15km ein guter Start gelingt: "Das ist natürlich bitter, aber wir können wegen Olympia kein Risiko eingehen. Wir haben auch so ein starkes Team."

Laufwunder Miriam Gössner feiert ihr Weltcup-Debüt, und Saison-Schnellstarterin und Doppel-Weltmeisterin Kati Wilhelm könnte in Östersund wie schon im Vorwinter für Neuner in die Bresche springen. Im Vorjahr gelang mit Platz zwei ein perfekter Start. "Es wäre schön, wieder gleich einen Platz Richtung Podest zu schaffen. Das ist mir ja in den letzten Jahren meistens gelungen", sagt Wilhelm.

"Ich möchte den perfekten Punkt erwischen, um aufzuhören"

Die 33-Jährige hat schon drei Olympiasiege in der Tasche und steuert ihre letzten Winterspiele an. Eigentlich sollte nach dieser Saison definitiv Schluss sein, doch sie hat noch immer Lust auf mehr. "Da ist noch nichts festgemacht", sagt Wilhelm dem SID: "Es macht mir noch Spaß, und ich möchte den perfekten Punkt erwischen, um aufzuhören." Im vergangenen Winter war sie die Königin der WM. Diesmal will sie bei Olympia zumindest zwei Medaillen, "wobei die Farbe zweitrangig ist".

"Angst vor dem Schießen abgebaut"

Magdalena Neuner ist das nicht so egal. Sie will daheim ihren Infekt auskurieren, wohl am Mittwoch wieder mit dem Training anfangen, beim zweiten Saison-Weltcup in Hochfilzen ab 11. Dezember wieder einsteigen und dann in Vancouver am liebsten ganz groß abräumen. "Das ist natürlich ärgerlich, dass ich nicht starten kann", sagt Neuner: "Aber ich bin sechsmal Weltmeisterin, da bleibt Gold bei Olympia natürlich mein Ziel." Schließlich hat sie mit einem Mentalcoach extra an ihrer Nervenstärke gearbeitet und die Angst vor dem Schießen abgebaut.

Die deutschen Männer gehen am Donnerstag (17.05 Uhr/live im ZDF) ebenfalls bester Stimmung und ohne gesundheitliche Probleme in den Olympiawinter. Michael Greis will bestätigen, dass seine drei Olympiasiege 2006 in Turin kein Zufall waren: "Ich bin in diesem Olympiawinter definitiv besonders motiviert. Eine Staffel- und eine Einzelmedaille wären supercool." Das zuletzt sehr angespannte Verhältnis mit dem scheidenden Bundestrainer Frank Ullrich ist so gut wie lange nicht mehr.

"Ergebnis von Turin wird nicht zu toppen sein"

Der Chefcoach warnt vor zu hohen Erwartungen an die deutschen Biathleten, die 2006 in Turin die Rekordzahl von elf Olympiamedaillen (davon fünfmal Gold) gewannen. "Das Ergebnis von Turin wird nicht zu toppen sein. Das ist was Einmaliges. Wir sind nicht so vermessen, Ähnliches in Vancouver zu erwarten", sagte Ullrich dem SID: "Jetzt gehen wir erstmal Schritt für Schritt und wollen gut in den Weltcup starten. Dann werden wir schon ein Wörtchen um die Medaillen mitreden können." Erstmal auch ohne Gold-Lena.

© SID

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