Biathlon Weltcup
Russlands Top-Athleten vor Ausbootung

Weil sich die russischen Spitzen-Biathleten mit Verbandspräsident Alexander Tichonow um einen Werbevertrag streiten, will der viermalige Olympiasieger beim Weltcup-Auftakt nur ein Junioren-Team starten lassen.

Im Lager der russischen Biathleten rumort es gewaltig. Der Streit zwischen den Top-Athleten und Verbandspräsident Alexander Tichonow könnte den Sportlern den Start beim Weltcup-Auftakt Ende November in Östersund/Schweden kosten. Der viermalige Olympiasieger und die russischen Spitzenathleten streiten über einen Werbevertrag.

Der russische Verband hatte im Frühjahr eine Vereinbarung für vier Jahre mit einem deutschen Unternehmen (Viessmann) ausgehandelt. Die Männer um den Staffel-Olympiazweiten und Team-Kapitän Pawel Rostowtschew kennen die Inhalte dieses Sponsor-Vertrages nicht und besitzen auch keine persönlichen Verträge mit ihrem Verband. Ihnen ist zudem nicht bekannt, ob sie selbst Verträge abschließen dürfen.

Aus diesem Grund weigerten sich Rostowtschew, Weltmeister Nikolai Kruglow, der Olympiazweite Iwan Tscheresow, Vizeweltmeister Sergej Roschkow und Maxim Tschudow nach der Rückkehr aus einem Trainingscamp, an einer Fotosession für den Werbepartner teilzunehmen.

Tichonow stocksauer

Tichonow reagierte empört. Die Stars sollen nun interne Rennen wie die Meisterschaften der Sportschule Nowosibirsk bestreiten, um möglicherweise das Startrecht für Weltcuprennen 2007 zu erhalten. Ausgenommen von der Bestrafung sind Sergej Tschepikow und Michail Kotschkin, die aufgrund individueller Vorbereitung bei dem Streit nicht dabei waren.

Auf Betreiben von Tichonow wurde der beim Militär angestellte Tschudow sogar vom Sportminister der Republik Baschkortostan zum Rapport bestellt. Dieser riet ihm, sich nicht gegen Tichonow zu stellen, sonst drohe ihm der Ausschluss aus der staatlichen Universität und die Streichung seiner Stelle.

Der seit 1996 amtierende und inzwischen umstrittene Tichonow, im Biathlon-Weltverband IBU der erste Vizepräsident, will bei den Neuwahlen in Russland am 25. Dezember erneut kandidieren.

© SID

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