Biathlon Weltcup
Wolf siegt bei deutschem Vierfacherfolg

Beim Biathlon-Weltcup in Osrblie hat Alexander Wolf über 10km den zweiten Einzelsieg seiner Karriere gefeiert. Hinter dem Oberhofer komplettierten Michael Rösch, Sven Fischer und Michael Greis den deutschen Vierfachsieg.

Alexander Wolf hat nur einen Tag nach Sven Fischers Erfolg über die 20km beim Biathlon-Weltcup im slowakischen Osrblie einen überraschenden Sieg im 10-km-Sprint folgen lassen. Der Oberhofer war bei einem deutschen Vierfach-Triumph nicht zu schlagen. Wolf verwies in 26:52,7 Minuten beim zweiten Weltcup-Solosieg seiner Karriere den Altenberger Michael Rösch mit 5,5 Sekunden Vorsprung auf Rang zwei. Dritter wurde Sven Fischer (Oberhof/16,6 Sekunden zurück) vor Michael Greis (Nesselwang/17,8). Andreas Birnbacher (Schleching) landete mit 54,6 Sekunden Rückstand auf Rang elf, Ricco Groß (Ruhpolding/1:13,7) kam als 20., Daniel Graf (Frankenhain/1:58,7) als 44. ein.

"So etwas habe ich noch nie erlebt. Das gibt eine kleine Party heute", sagte Wolf. "An so einen Coup kann ich mich nicht erinnern. Und ich bin schon lange dabei. Ich kann den Jungs nur meine Hochachtung zollen", meinte Bundestrainer Frank Ullrich anerkennend. "Wir hatten uns schon allerhand vorgenommen. Aber dass es so gut läuft, ist nicht zu fassen. So könnte es bis Turin weitergehen." Bislang stand der Dreifachsieg im WM-Jagdrennen 1999 von Ricco Groß, Frank Luck und Sven Fischer als größter deutscher Triumph in den Annalen.

Ein Gläschen Sekt, aber keine Party

"Für so ein Ergebnis haben wir uns hart geschunden. Ich hatte diesmal zu Anfang nicht die beste Laufzeit, aber das gute Schießen motivierte zusätzlich", erzählte Wolf. Der Oberhofer stand bisher nur 2003 in Lahti einmal ganz oben auf dem Siegerpodest und kassierte knapp 17 000 Euro an Prämien. Die von Wolf angekündigte Zimmer-Party (Rösch und Fischer teilen in Osrblie mit Wolf das Quartier) blies Ullrich umgehend wieder ab. "Na gut, ein Gläschen Sekt können die Jungs heute schon trinken. Aber eine Party werden die Drei bestimmt nicht machen."

Kaum glauben konnte Youngster Michael Rösch seine erneute Klasseleistung einen Tag nach Rang drei im 20-km-Rennen. "Ich bin in einem Traum, aus dem ich gar nicht wieder aufwachen möchte", plauderte der 22-Jährige ins ARD-Mikrofon. Der Erzgebirgler ist spätestens seit dieser Gala-Vorstellung im Team der deutschen Asse integriert und hat erstklassige Chancen auf ein Olympiaticket.

Wolf im Gesamtweltcup auf zwei

Von der Abwesenheit der norwegischen Weltklasse-Mannschaft um den fünfmaligen Olympiasieger Ole Einar Björndalen profitierte auch Raphael Poiree. Der Franzose übernahm mit 185 Punkten das Gelbe Trikot des Weltcup-Führenden von Björndalen (173). Wolf (174) liegt als Zweiter so gut wie nie zuvor in seiner Karriere. Nur Altmeister Ricco Groß blieb auf Tagesrang 20 erneut hinter den Erwartungen zurück. "Der Dezember ist zwar traditionell nicht mein Monat, aber ein Stück besser hätte es schon sein können", meinte der Ruhpoldinger, der die interne Olympianorm bislang nicht erfüllen konnte.

© SID

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