Biathlon WM: Achtes WM-Gold für Björndalen, DSV-Team geschlagen

Biathlon WM
Achtes WM-Gold für Björndalen, DSV-Team geschlagen

Zum Auftakt der Biathlon-WM in Antholz hat Ole Einar Björndalen den Sprint und damit seinen insgesamt achten Titel gewonnen. Bester der enttäuschenden deutschen Starter war Alexander Wolf auf Platz 15.

Topfavorit Ole Einar Björndalen hat zum Auftakt der Biathlon-WM in Antholz das Sprintrennen gewonnen. Der Norweger verweis nach 10km in 26:16,8 Minuten die Außenseiter Michal Slesingr aus Tschechien mit 4,8 Sekunden sowie Andrej Derizemlja aus der Ukraine mit 25,8 Sekunden Vorsprung auf die weiteren Medaillenplätze und feierte den achten WM-Sieg seiner Karriere.

Für Deutschlands erfolgsverwöhnte Biathleten gab es dagegen ein Debakel. Mit dem Oberhofer Alexander Wolf auf Platz 15 als bestem Ergebnis lieferten die mitfavorisierten Olympiasieger ihr schlechtestes Sprintresultat der WM-Geschichte ab. Dreifach-Olympiasieger Michael Greis (Nesselwang) landete nach drei Schießfehlern nur auf Rang 19, und Sprint-Olympiasieger Sven Fischer (Oberhof) kam gar nur auf Platz 43 ins Ziel.

"Schießen war nix"

"Unser Schießen war ein Wort mit X: nix", kommentierte Bundestrainer Frank Ullrich das unerwartete Fiasko seiner Truppe vor etwa 10 000 Zuschauern im sonnenüberfluteten Antholzer Hochtal: "Wenn man bei einer WM mit fünf Leuten startet, dann sollte einer mit null Fehlern beim Schießen durchkommen. Andere haben uns vorgemacht, wie das geht. Jetzt sind wir gleich zum Anfang in Zugzwang geraten."

Greis, Wolf, Fischer und auch der auf Platz 18 eingekommene Michael Rösch (Altenberg) mussten nach Fehlschüssen jeweils drei Strafrunden drehen, der trotz Rang 17 auch enttäuschende Schlechinger Andreas Birnbacher zwei. "Das kann nur noch besser werden", fand der von seiner eigenen Leistung "mächtig enttäuschte" Birnbacher.

Vor Antholz war nur 1996 in Ruhpolding kein deutscher Skijäger bei einem WM-Sprint unter die Top Ten gelaufen. Damals belegte der diesmal nicht eingesetzte Ricco Groß allerdings wenigstens noch Platz zwölf.

"Puff-puff-puff, weg waren sie"

"Ich habe versucht, ruhig zu schießen und kein überhöhtes Risiko einzugehen. Aber puff-puff-puff, weg waren sie", berichtete der mit Goldhoffnungen angetretene Michael Greis über den Rennverlauf. Seine schwache Leistung wollte der Gold-Held von Turin 2006 beim Auslaufen "innerhalb von fünf Minuten abhaken. Morgen greife ich wieder an".

In das Jagdrennen am Sonntag über 12,5 (11.15 Uhr/live im ZDF und bei Eurosport) startet Greis allerdings bereits mit 1:19 Minuten Rückstand auf Björndalen und damit ebenso wie seine Teamkollegen nur noch mit minimalen Medaillenchancen.

© SID

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