Biathlon WM
Björndalen-Sieg bleibt diskussionswürdig

Ole Einar Björndalen bleibt der umstrittene Sieger bei der Biathlon-WM. Russlands Teamführung erhebt große Vorwürfe an den Weltverband und erwägt den Gang vor den Sportgerichtshof.

Nach dem Sieg des Norwegers Ole Einar Björndalen am grünen Tisch bei der Biathlon-WM in Pyeongchang hat Russlands Teamführung Vorwürfe gegen den Weltverband IBU erhoben. Zudem erwägt der zweitplatzierte Maxim Tschudow, die Siegerehrung am Dienstag zu boykottieren.

"Sind unsere Regeln jetzt außer Kraft gesetzt? Ist es jetzt erlaubt, die falsche Runde zu laufen und die Regeln zu brechen?", fragte der Vizepräsident des russischen Verbandes, Dimitri Alexaschin, bei der Renn-Auswertung in der Mannschaftsführer-Sitzung am Montag.

Russen erwägen Gang vor den Sportgerichtshof CAS

Die russische Mannschaft erwägt nun den Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne. "Wir werden die Unterlagen genau prüfen, und wenn wir eine Chance sehen, ziehen wir vor den CAS. Die IBU hat unserer Meinung nach einen großen Fehler begangen", sagte Sportdirektorin Jelena Anikina dem sid.

Kurzzeit-Weltmeister Tschudow ist nach der Jury-Entscheidung frustriert. "Ich überlege, ob ich an der Siegerehrung überhaupt teilnehme. Ich bin als Zweiter ins Ziel und war somit auch nicht der Stärkste, aber Regel ist Regel", sagte Tschudow. Damit vollführte der Russe eine Kehrtwende. Nach dem ersten Jury-Entscheid, der ihn zum Titelträger machte, hatte er noch erklärt: "Ich fühle mich nicht als Weltmeister."

"Falschläufer haben sich keinen Vorteil verschafft"

Ole Einar Björndalen und elf weitere Läufer hatten beim 12,5-km-Jagdrennen an einer unübersichtlichen Stelle die Strecke verlassen und waren dafür von der Jury nach einem Protest Russlands mit einer Strafminute belegt worden. Dadurch war Björndalen hinter Tschudow zurückgefallen. Gegen diese Entscheidung waren Proteste eingegangen, worauf eine Appellations-Jury die Strafe aufhob und Björndalen doch noch seinen 12. Titel zusprach.

Alexaschin berief sich auf das IBU-Reglement, wonach ein Verlassen der Strecke zu bestrafen sei. Dagegen hatte die von IBU-Vizepräsident Gottlieb Taschler (Italien) geführte Appellations-Jury argumentiert, dass sich die "Falschläufer" keinen Vorteil verschafft hätten.

© SID

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