Biathlon WM
Deutsche Männer-Staffel läuft zur Bronzemedaille

Die deutsche Biathlon-Staffel der Männer ist bei der WM in Antholz auf den dritten Rang gelaufen. Das Quartett um Schlussläufer Michael Greis musste über 4x7,5km nur Russland und Norwegen den Vortritt lassen.

Podestplatz für die deutsche Männer-Staffel bei der Biathlon-Weltmeisterschaft im italienischen Antholz: Weil Ricco Groß und Michael Rösch jeweils eine Strafrunde drehen mussten, sind die Staffel-Olympiasieger jedoch nur auf dem dritten Platz gelandet. Den Titel sicherte sich überlegen Russland mit grandioser Schießleistung vor Titelverteidiger Norwegen.

Alles riskiert, Silber verloren

"Ich habe alles riskiert und wollte noch Silber. Am Ende ist es Bronze geworden. Damit sind wir zufrieden", meinte Michael Greis. Der Dreifach-Olympiasieger verlor beim letzten Schießen das Duell um Silber gegen Ole Einar Björndalen, weil er zwar schneller, aber auch fehlerhafter schoss als der Norweger. "Wir wollten unbedingt eine Medaille holen. Kompliment an die Mannschaft, dass es nach dem schleppenden Beginn doch noch geklappt hat", meinte Frank Ullrich.

Der Bundestrainer hatte darauf gesetzt, dass sich Geschichte wiederholt. Vor drei Jahren verschaffte er bei der Heim-WM in Oberhof Frank Luck einen glänzenden Abschied, als er den damals formschwachen Altmeister gegen alle Widerstände zum Startläufer beförderte. Luck dankte es mit guter Leistung und legte den Grundstein für den damals grandiosen deutschen Sieg. Diesmal durfte Ricco Groß bei seiner Abschieds-WM trotz zuletzt schwächeren Laufleistung das deutsche Quartett in das Rennen führen, aber der Ruhpoldinger präsentierte sich nicht als "zweiter Luck".

Groß mit "Nähmaschine" am Schießstand

"Auf der Strecke ging es relativ flink. Da fing am Stand auf einmal das große Zittern an", kommentierte der 36-Jährige seine selten erlebte Fehlleistung beim Stehendschießen. Der über ein Jahrzehnt zuverlässige Startläufer musste ausgerechnet in der letzten großen Staffel seiner Karriere einmal in die Strafrunde, fiel auf Platz sieben zurück und übergab schon 39,6 Sekunden hinter den vom Start weg führenden Russen.

Damit war das deutsche Quartett schnell in Zugzwang geraten. Rösch wollte den Rückstand mit Gewalt reduzieren, schoss extrem schnell, risikoreich und fehlerhaft. Auch der Youngster im Team musste eine Strafrunde drehen, und die deutschen Siegchancen waren bereits bei Halbzeit des Rennens dahin. "Sehr ärgerlich, aber nicht zu ändern", meinte Rösch. "Vielleicht haben mir nach der längeren Pause ein paar Wettkampfkilometer gefehlt."

Weil danach Norwegens Flatter-Schütze Frode Andresen seine standesgemäße Strafrunde schoss, kam Sven Fischer näher an die Norweger heran und verschaffte dem bereits in der Mixedstaffel überragenden Greis so noch die Chance zum Duell gegen Superstar Björndalen um Silber.

Zufriedene Gesichter im Ziel

Obwohl das verloren ging, überwogen am Ende die fröhlichen Gesichter im deutschen Lager. "Diese Medaille ist ein sehr schöner Abschied für mich. Das werde ich sehr lange in Erinnerung behalten", kommentierte Ricco Groß das 19. und letzte Edelmetall seiner Karriere. "Und für mich ist es die erste Medaille. Super", ergänzte Rösch, der wegen seiner fehlerhaften Schießleistung am Abend im Teamhotel im Kostüm des WM-Maskottchens "Bumsi" den Kellner geben wollte.

© SID

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