Biathlon WM
Glagow holt Silbermedaille

Martina Glagow hat bei der Biathlon-WM in Östersund im 15-km-Einzellauf der Frauen Silber gewonnen. Es siegte die Russin Jekaterina Jurjewa, die sich keinen Schießfehler leistete.

Martina Glagow hat bei der Biathlon-WM im schwedischen Östersund für die fünfte deutsche Medaille gesorgt. Bei teilweise stürmischen Böen schoss die Mittenwalderin im 15-km-Rennen nur mit dem ersten Schuss daneben und musste sich lediglich der fehlerfreien russischen Kunstschützin Jekaterina Jurjewa geschlagen geben. Doppel-Weltmeisterin Andrea Henkel (Großbreitenbach) schoss sechs Fahrkarten und wurde nur 22.

"Geheult vor Glück"

"Ich habe schon geheult vor Glück. Ich habe mir so die Einzelmedaille gewünscht, aber das ich das so gut hingekriegt habe, ist absolute Spitze", sagte Martina Glagow, die bereits zum siebten Mal in ihrer Karriere in einem großen Rennen am Ende Silber kassierte und die fünfte Medaille für die deutschen Skijäger in Schweden eroberte. "Es war ein extrem windiges Rennen und da kann ich mit einem Schießfehler sehr gut leben."

Die 28-Jährige verfehlte im am Vortag wegen Sturms abgesagten Einzellauf gleich mit dem ersten ihrer 20 Schüsse das Ziel. "Nicht gut für den Kopf, aber ich habe die Ruhe behalten", meinte Glagow. Das fand auch Vater Martin. "Die Martina hat das heute richtig gut gemacht. Ich bin stolz auf sie", sagte der Skitechniker nach der insgesamt zehnten WM-Plakette seiner Tochter, die am Ende zwar 1:13 Minuten hinter Gold-Debütantin Jurjewa, aber ebenso deutliche 1:11 Minuten vor der wie im Sprint drittplatzierten Ukrainerin Oxana Chwostenko lag.

Lob kam auch von Coach Uwe Müssiggang, dem vor allem "die konzentrierte Arbeit von Martina bei schwierigen Bedingungen am Schießstand" gefiel. Damit stand Glagow im krassen Gegensatz zu den Topfavoritinnen Andrea Henkel und Kati Wilhelm, die sich dort jeweils ein halbes Dutzend Fehler leisteten und aussichtslos zurückfielen. "Das war indiskutabel", schimpfte der Coach.

Henkel: "Da geht die Welt nicht unter"

Henkel ließ die Kritik im eisigen Wind Mittelschwedens ziemlich kalt. Sie freute sich für Zimmergefährtin Martina. "Jetzt hat sie auch eine Medaille und wir können zusammen feiern gehen", sagte die Thüringerin. "Vier Fehler gehen auf meine Kappe, zwei gebe ich dem Wind. Da geht die Welt nicht unter", sagte Henkel.

Das sah Wilhelm schon ein wenig anders. Als 33. war die als Goldfavoritin gestartete dreimalige Olympiasiegerin auch im dritten WM-Rennen Schlechteste der deutschen Mannschaft. "Ich musste mich am Ende schon sammeln, damit ich noch Lust zum Laufen gefunden habe. Ich brauche dringend ein gutes Rennen für das Selbstvertrauen. `

© SID

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