Biathlon WM: Gold für Grubben - Glagow auf dem Treppchen

Biathlon WM
Gold für Grubben - Glagow auf dem Treppchen

Die Norwegerin Linda Grubben hat sich bei den Biathlon-Weltmeisterschaften überlegen den Sieg im 15-km-Einzellauf gesichert. Martina Glagow holte hinter Florence Baverel-Robert Bronze, Kati Wilhelm musste aufgeben.

Mit einer blitzsauberen Vorstellung hat die Norwegerin Linda Grubben bei den Biathlon-Weltmeisterschaften im italienischen Antholz überlegen die Goldmedaille im 15-Kilometer-Einzellauf gewonnen. Die Staffel-Weltmeisterin von 2004 leistete sich keinen Schießfehler und hatte am Ende mit einer Zeit von 46:24,3 über eine Minute Vorsprung auf die zweitplatzierte Französin Florence Baverel-Robert und Martina Glagow (Mittenwald), die bei nur einem Fehlschuss mit Platz drei die dritte WM-Medaille für die deutschen Biathletinnen holte.

Titelverteidigerin Andrea Henkel (Großbreitenbach) patzte dreimal am Schießstand, landete als zweitbeste Läuferin des Deutschen Skiverbandes (DSV) aber dennoch auf Platz sechs. Die dreimalige Olympiasiegerin Kati Wilhelm aus Zella-Mehlis gab kurz nach Halbzeit von Magenkrämpfen geplagt auf.

Glagow: "Erfolg ist brutal schwer gefallen"

"Ich hätte nie geglaubt, dass es nach der langen Krankheit noch so gut laufen kann. Ich bin überglücklich", sagte Martina Glagow über den Gewinn der siebten WM-Medaille ihrer Karriere, die zugleich die vierte für den Deutschen Skiverband DSV in Antholz war. Die Olympiazweite über 15km war bereits vor zwei Jahren beim Championat in Hochfilzen krank ausgefallen und gestand deshalb mit Freudentränen in den Augen: "Dieser Erfolg ist mir so brutal schwer gefallen. Umso wichtiger ist diese Medaille für mich."

Tränen vergoss auch Zimmer-Kollegin Andrea Henkel, die überragend lief, ihren Titel aber wegen dreier Schießfehler dennoch nicht erfolgreich verteidigen konnte und Sechste wurde. "Wir haben einen langen Leidensweg gemeinsam hinter uns gebracht", begründete die ebenfalls im Januar lange mit fiebriger Erkältung ausgefallene Thüringerin. "Da ist man eben nahe am Wasser gebaut. Ich freue mich für die Martina. Die Medaille ist jetzt in unserem Zimmer und ich kämpfe eben im Massenstart weiter."

Auf Kurs Siegerpodest schoss sich die zunächst durch eine Strafminute beim ersten Schießen in Zugzwang geratene Glagow beim letzten Auftritt am Stand. Unter dem Raunen der mitfiebernden deutschen Fan-Mehrheit unter den 8 000 Zuschauer setzte sie nach drei Treffern die Waffe ab, dehnte ihren Körper, legte neu an, zielte und traf noch zweimal.

Weltmeisterin Neuner geschont

"Ich wusste, dass ich mir keinen Fehler mehr erlauben durfte. Ich musste mich total konzentrieren, um alle Scheiben runterzuhauen", schilderte die Trainingsgefährtin von Doppel-Weltmeisterin Magdalena Neuner. Die wurde für das kommende Wochenende geschont und schaute sich das Rennen im Teamhotel Seehaus in Sichtweite des Stadions an.

Als Glagow am Schießstand um die Medaille kämpfte, hatte Kati Wilhelm längst aufgegeben. "Ich war am Schießstand so kaputt. Ich konnte gar nicht schnaufen", sagte die dreimalige Olympiasiegerin, die sich vor dem Rennen mit Magenschmerzen beim Trainer meldete, dann aber trotzdem antrat. Bei Hälfte des Rennens und fast drei Minuten Rückstand zur Spitze kam die Einsicht, dass es keinen Sinn mehr macht. Wilhelm schnallte die Latten ab und verschwand mit Teamarzt Bernd Wolfarth im Schlepptau zum Medizincheck.

Am Donnerstag (14.15 Uhr/live im ZDF und bei Eurosport) findet die erste Mixed-Staffel im Rahmen einer WM statt. Für das deutsche Quartett in der einzigen nichtolympischen WM-Disziplin wurden die bei ihrem WM-Debütrennen über 15km wegen fünf Strafminuten auf Platz 31 abgefallene Kathrin Hitzer, Simone Denkinger (beide Gosheim), Andreas Birnbacher (Schleching) und Alexander Wolf (Oberhof) nominiert.

© SID

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