Biathlon WM
Greis beim Massenstart in Antholz erfolgreich

Der 30-Jährige Michael Greis hat das 15-km-Massenstartrennen der Biathlon-WM in Antholz gewonnen. In 37:52,1 Minuten kam der Olympiasieger 15,4 Sekunden vor seinem Teamgefährten Andreas Birnbacher ins Ziel.

Michael Greis hat das Massenstartrennen der Biathlon-WM in Antholz gewonnen. Der Olympiasieger setzte sich nach 15km gegen seinen Teamgefährten Andreas Birnbacher durch. Der 30-Jährige aus Nesselwang lag in 37:52,1 Minuten 15,4 Sekunden vor dem Schlechinger, der seine erste WM-Medaille eroberte. Rang drei sicherte sich der Franzose Raphael Poiree vor Ole Einar Björndalen aus Norwegen.

"Ende gut, alles gut. Zum Anfang haben die Frauen ausgeholfen, aber jetzt haben wir auch noch unseren Anteil an dieser gelungenen WM geleistet", erzählte Michael Greis nach dem ersten WM-Solotitel seiner Karriere. "Ich wusste, dass ich die Medaille schaffen kann. Ich bin gerannt wie noch nie. Jetzt bin ich super glücklich", sagte Birnbacher.

Unmittelbar nach seinem furiosen Sturmlauf zu Gold holte sich der Massenstart-Olympiasieger und -Weltmeister zur Belohnung einen Kuss von Freundin Katja ab. Die hatte ihren "Michi" noch am Vorabend angerufen und ihn gefragt, ob sie anreisen solle. "Schaden kann es nichts, habe ich ihr gesagt. Komm ruhig runter", sagte Greis: "Und jetzt ist alles so perfekt gelaufen. Schöner hätte es nicht sein können."

Birnbacher und Greis nutzen unerwartete Gelegenheit

Greis hatte sich in einem extrem spannenden Rennen zunächst das erwartete Duell mit dem favorisierten Doppel-Weltmeister Ole Einar Björndalen geliefert. Wie der Norweger musste Greis zwischendurch zweimal in die Strafrunde, wovon der krasse Außenseiter Birnbacher profitierte und die Führung übernahm.

Die Entscheidung fiel dann beim letzten Schießen. Björndalen brauste als erster an den Stand, schoss zwei Fehler und fiel damit auf Platz vier zurück. Birnbacher und Greis nutzten die unerwartete Gelegenheit, blieben beide fehlerfrei und durften deshalb am Ende jubeln.

"Ich habe gehört, wie es beim Ole an der Schießscheibe platsch machte. Da wusste ich, dass meine Chance gekommen ist", schilderte Birnbacher die Renn-Entscheidung. "Ich habe durch die Rufe der Zuschauer mitbekommen, dass Andi gut schießt. Das hat mir einen zusätzlichen Motivationsschub gegeben", sagte Michael Greis.

Faszinierter Bundestrainer Ullrich

Bundestrainer Frank Ullrich, der nach dem schlappen Auftakt der Mannschaft mit dem schwächsten WM-Sprint aller Zeiten kurzzeitig zum großen Schweiger des Antholzer Tales geworden war, flippte nach dem Überraschungs-Coup seines Duos fast aus. "Faszination pur. Was die beiden Jungs geleistet haben, ist phänomenal. Meine Mannschaft hat sich bravourös geschlagen."

Das traf zum Großteil auch auf die Staffel am Vortag zu, in der sich zwar Ricco Groß in seinem letzten WM-Rennen und Michael Rösch je eine Strafrunde einhandelten und so alle Siegchancen vergaben, dann aber Bronze holten - für den zunächst tief enttäuschten Groß die 20. WM-Medaille. "Diese Medaille ist ein sehr schöner Abschied für mich. Das werde ich sehr lange in Erinnerung behalten", sagte der 36-Jährige, der nach der Saison abtritt.

© SID

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