Biathlon WM: Poiree holt WM-Gold, Greis läuft auf Rang zwei

Biathlon WM
Poiree holt WM-Gold, Greis läuft auf Rang zwei

Raphael Poiree hat sich bei der Biathlon-WM in Antholz im 20-km-Einzellauf die Goldmedaille gesichert. Der Franzose verwies Michael Greis auf den zweiten Platz. Dritter wurde der Tscheche Michal Slesingr.

Olympiasieger Michael Greis hat bei der Biathlon-Weltmeisterschaft in Antholz die Silbermedaille im 20-km-Einzellauf gewonnen. Der 30-Jährige holte hinter Frankreichs Altmeister Raphael Poiree in Antholz die erste Medaille für das deutsche Herrenteam und wurde wie schon vor zwei Jahren beim letzten Championat Zweiter.

"Medaille war mein großes Ziel"

"Die Medaille war mein großes Ziel. Nachdem die ersten Rennen nicht so gelaufen sind, bin ich heute super zufrieden", sagte der Dreifach-Olympiasieger von Turin. Greis lag trotz zweier Strafminuten nach Schießfehlern nur 26,8 Sekunden hinter dem fehlerfrei schießenden Poiree zurück. Rang drei sicherte sich Michal Slesingr (Tschechien), der bereits Zweiter im Sprint war. Ricco Groß (Ruhpolding) wurde bei seinem ersten Einsatz in Antholz Neunter, Superstar Ole Einar Björndalen (Norwegen) wegen sechs Strafminuten nur 32.

"Ich habe gar nicht gedacht, dass ich so unwahrscheinlich schnell unterwegs bin. Aber meine Ski waren phantastisch", sagte der furios über die Piste jagende Michael Greis, der sogar bis zum letzten Schießen auf Goldkurs lag. Dann aber ging der vorletzte seiner 20 Schüsse daneben. "Schade", meinte Greis. "Insgesamt fehlte es mir an Selbstvertrauen beim Schießen. Da habe ich zu hektisch gearbeitet und zu einfache Fehler begangen."

Bundestrainer Frank Ullrich, der vor dem Rennen eine "hoch motivierte Truppe" versprochen hatte, mochte Kritik gar nicht erst aufkommen lassen. "Natürlich wäre noch mehr drin gewesen, wenn Michi beim letzten Schießen keinen Fehler gemacht hätte. Aber wir wollen nicht undankbar sein. Schön, dass die erste Medaille für uns gekommen ist. Greis und auch Ricco Groß haben sich bravourös geschlagen."

Der von Ullrich zunächst nicht berücksichtigte Altmeister aus Ruhpolding schoss wie Weltmeister Poiree fehlerfrei und empfahl sich damit auch nachdrücklich für einen der umkämpften Plätze in der deutschen Staffel. Läuferisch allerdings blieb Groß hinter den Besten zurück und vergab auf der Strecke seine Medaillenchancen. "Den Kampf am Schießstand habe ich zum Glück gewonnen. Das war schon schwer. Den Kampf auf der Strecke habe ich verloren. Da waren andere schneller. Das muss man akzeptieren", meinte Ricco Groß, der 1997 in Osrblie 20-km-Weltmeister war und in Antholz das letzte WM-Rennen seiner Karriere über den langen Kanten bestritt.

Gleiches dürfte auf Raphael Poiree zutreffen. "Gold bei meiner wahrscheinlich letzten WM, das ist das Größte, was mir passieren konnte", meinte der nunmehr achtmalige Weltmeister aus Frankreich und ließ sich im Ziel von seiner gerade zum zweiten Mal Mutter gewordenen norwegischen Ehefrau Liv Grete liebkosen.

Deutsches Trio gestrauchelt

Nicht in die Gruppe der Jubler reihten sich neben dem böse gestrauchelten Björndalen auch das jeweils drei Fehler schießende deutsche Trio Alexander Wolf (Oberhof/13.), Andreas Birnbacher (Schleching/19.) und Sven Fischer (Oberhof/20.) ein. "Bis zum letzten Schießen habe ich auf eine Medaille gehofft. Und dann zweimal daneben. Ich habe es selbst vergeigt", meinte Wolf trotz ansprechender Leistung bitter enttäuscht.

Am Mittwoch (14.15 Uhr/live in der ARD und bei Eurosport) bestreiten die Damen ihren Einzellauf über 15km. Dabei hat die Großbreitenbacherin Andrea Henkel ihren vor zwei Jahren gewonnenen Titel zu verteidigen. Doppelweltmeisterin Magdalena Neuner (Wallgau) wurde nicht nominiert und soll sich für die nächsten WM-Rennen schonen.

© SID

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