Biathlon WM
Ricco Groß soll Flaute beenden

Ricco Groß gibt sich vor dem 20-km-Einzellauf bei der Biathlon-WM zuversichtlich: "Ich fühle mich gut in Form, bin angriffslustig." Der Altmeister soll heute die Medaillenflaute der deutschen Herren in Antholz beenden.

Gold-Sternchen Magdalena Neuner ging shoppen, die fehlgestarteten Männer zum Training. Am Ruhetag der Biathlon-WM in Antholz hatte nur die deutsche Doppelweltmeisterin wirklich frei. Vor dem heutigen 20-km-Einzellauf (ab 14.15 Uhr/live in der ARD und bei Eurosport) setzte die deutsche Olympiasieger-Truppe auf Einzelgespräche zur Frustbewältigung und das Comeback von Ricco Groß. Der Ruhpoldinger hatte schon vor zehn Jahren in Osrblie den langen Kanten gewonnen und auch damals die Medaillen-Flaute beendet.

Ricco Groß: "Ich fühle mich gut in Form"

"Ich fühle mich gut in Form, bin angriffslustig und werde mich voll reinhauen. Ich lasse mich überraschen, was am Ende rauskommt", sagte Groß ehe er sich am Montagnachmittag zum ersten Mal auf die sonnenüberflutete Wettkampfstrecke im Antholzer Hochtal verabschiedete: "Ich habe hier im Vorjahr einen Weltcup gewonnen, war hier schon 1995 Staffel-Weltmeister. Alles gute Vorzeichen."

Groß war von Bundestrainer Frank Ullrich für die beiden WM-Auftaktrennen nicht berücksichtigt worden und hatte stattdessen individuell in Ridnaun in Südtirol trainiert. Für den 36-Jährigen harte Tage: "Zum ersten Mal seit 17 Jahren habe ich einen WM-Sprint verpasst. Aber fünf Mann aus unserem Team waren halt besser. Das muss ich akzeptieren."

Über die 20km aber setzt Bundestrainer Frank Ullrich wieder auf den Routinier und vor allem auf dessen Schießkünste. Im einzigen Wettbewerb, in dem jeder Fehlschuss gleich eine Strafminute nach sich zieht, kommt es auf Treffsicherheit an - die Stärke von Groß. Über 1 000 Schuss Munition hat der viermalige Staffel-Olympiasieger in Ridnaun verballert und einen Testwettkampf gegen sich selbst gewonnen. "Ich war der einzige Starter. Der Sieg gibt mir Selbstvertrauen", witzelte Groß.

Lockere Sprüche des Altmeisters

Die lockeren Sprüche des Altmeisters kann das nach dem schwächsten WM-Start seit Osrblie 1997 verunsicherte deutsche Team gut gebrauchen. "Wir haben die Rennen teamintern und in Einzelgespächen ausgewertet, aber wir haben die Jungs nicht an den Pranger gestellt. Die sollen nur das Niveau nachweisen, was sie die ganze Saison gezeigt haben", erklärte Jürgen Wick. Der Co-Trainer möchte die Schießpleiten des "deutlich verlorenen" Auftakts am liebsten abhaken. Extratraining sei nicht möglich, Appelle an die eigene Stärke, psychologischer Aufbau der richtige Ausweg.

Der Druck auf Dreifach-Olympiasieger Michael Greis und seine Gefährten nimmt dennoch zu. "Den Druck haben wir doch immer", meint Groß: "Den haben wir uns doch mit unseren Erfolgen selbst eingebrockt." Der am Ende der Saison seinen Waffendienst quittierende neunmalige Weltmeister gibt sich selbstsicher: "Ich werde in Antholz noch eine sehr schöne WM erleben."

Doppel-Weltmeisterin genießt die Pause

Die ist Magdalena Neuner nach ihren Sensations-Triumphen in Sprint und Jagdrennen bereits garantiert. Nach zwei Tagen im Goldrausch suchte die 19-Jährige beim Shopping-Bummel durch die 25km entfernte Kreisstadt Bruneck Ablenkung. Coach Uwe Müssigang hatte die Laufski für einen Tag zum verbotenen Objekt deklariert. Leichtes Jogging am zugefrorenen Antholzer See war sportliche Maximal-Tat der frühestens am Donnerstag in der Mixed-Staffel wieder eingreifenden Doppel-Weltmeisterin.

© SID

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