Biathlon WM: Schwedens Biathleten holen sich Mixed-Gold

Biathlon WM
Schwedens Biathleten holen sich Mixed-Gold

Schweden hat sich bei den Biathlon-Weltmeisterschaften im italienischen Antholz die Goldmedaille in der Mixed-Staffel gesichert. Silber und Bronze gingen an Frankreich und Norwegen. Das deutsche Quartett wurde Fünfter.

Die Weltmeisterschafts-Premiere der Mixed-Staffel wurde bei der WM im italienischen Antholz zugleich zum Gold-Comeback für Schwedens Biathleten. Die Skandinavier sicherten sich in der Besetzung Helena Jonsson, Anna Carin Olofsson, Björn Ferry und Carl Johan Bergman den ersten Titel nach 49 Jahren. Nach 2x6km der Frauen und 2x7,5km der Männer lagen die Skandinavier in 1:20:04,7 Stunden 27,6 Sekunden vor Frankreich und 36,4 Sekunden vor Norwegen.

Das Quartett des Deutschen Skiverbandes (DSV) mit Kathrin Hitzer und Simone Denkinger (beide Gosheim), Dreifach-Olympiasieger Michael Greis (Nesselwang) und Schlussläufer Alexander Wolf aus Oberhof musste drei Strafminuten drehen und kam nur auf den fünften Platz.

Drei Strafrunden kosten Edelmetall

Denkinger und Wolf brachten die deutschen Biathleten mit ihren Patzern am Schießstand um die erhoffte WM-Medaille. "Natürlich sind wir enttäuscht. Mit einer normalen Leistung wäre heute locker eine Medaille drin gewesen", resümierte Schlussläufer Alexander Wolf. Der Oberhofer trug selbst mit einer Strafrunde maßgeblich zum deutschen Misserfolg bei. Nach gutem Start von Kathrin Hitzer und peinlichen zwei Strafrunden von Simone Denkinger (beide Gosheim) hatte Michael Greis mit Laufbestzeit und Schnellfeuerschießen das mitfavorisierte Quartett des Deutschen Skiverbandes DSV bis auf 22 Sekunden an die Medaillenränge herangebracht, ehe Wolf alle Chancen vergab.

"Mit meiner Leistung bin ich super zufrieden. Dass alle Scheiben gleich auf Anhieb gefallen sind, macht mich sehr glücklich und gibt Selbstvertrauen. Schade, dass ich der Staffel nicht zur Medaille verhelfen konnte", meinte Dreifach-Olympiasieger Michael Greis (Nesselwang), der fünf Stunden nach seiner überraschenden Nominierung vor knapp 10 000 begeisterten Fans im Antholzer Hochtal eine Gala-Show bot.

Denkinger als "größter Pechvogel"

Vor knapp 10 000 Zuschauern im Antholzer Hochtal aber bestimmte vor Greis zunächst Simone Denkinger das Geschehen. Die auf Position zwei eingesetzte eigentlich routinierte 27-Jährige musste nach fünf Fehlschüssen beim Liegendschießen gleich zweimal in die Strafrunde. Der von WM-Debütantin Kathrin Hitzer bravourös erkämpfte zweite Platz war dahin, das deutsche Quartett lag bei Hälfte des Rennens mit über zwei Minuten Rückstand auf Platz neun scheinbar aussichtslos zurück.

"Die Schüsse waren alle rechts vorbei. Offenbar habe ich da einen Windhauch übersehen. Jetzt bin ich der Pechvogel des Tages", meinte die total geknickte Denkinger nach ihrem ersten und wahrscheinlich einzigen WM-Rennen in Südtirol. Wenigstens die Glanzvorstellung von Greis sorgte am Ende für ein Lächeln auf dem Gesicht des Bundestrainers. "Das war der echte Michi. So kenne ich ihn", meinte Frank Ullrich.

Wolfgang Pichler jubelte dagegen über "den größten Triumph für die schwedischen Biathleten. Ein Staffelsieg ist in Schweden sowieso das Größte, was man erreichen kann. Wir haben ein Jahr lang auf dieses Rennen hingearbeitet. Jetzt kann die Heim-WM kommen". 2008 findet das Championat in Östersund statt. Für Schwedens Männer hatte zuletzt Adolf Wiklund Gold erobert. Das war 1958 und das erste WM-Rennen der Biathlon-Geschichte.

© SID

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