Biathlonweltcup in Oberhof: Dichter Nebel stoppt Skijäger

Biathlonweltcup in Oberhof
Dichter Nebel stoppt Skijäger

Im dritten Jahr hintereinander ist in Oberhof ein Biathlon-Rennen wegen zu dichten Nebels abgesagt worden. Der Sprint der Männer wurde auf Samstagvormittag verlegt.

HB OBERHOF. Bei den Weltmeisterschaften 2003 war es das Einzelrennen der Männer und im Vorjahr die Herren-Staffel. Das Rennen soll nun am Samstag (10.30 Uhr) nachgeholt und der Frauen- Sprint am Samstagnachmittag (14.15) planmäßig gestartet werden.

Dadurch muss Biathlet Alexander Wolf einen Tag länger auf seinen Premierenlauf im Gelben Trikot des Weltcup-Spitzenreiters warten. 18 000 zunächst missmutige Zuschauer zogen versöhnt ab, weil sie zumindest an der Laufstrecke auch am Samstag Zutritt erhalten. "Schade, ich habe mich so auf diesen Tag gefreut", meinte Wolf, der vor Weihnachten in Osrblie/Slowakei zum ersten Mal in seiner Karriere die Weltcup-Spitze erobert hatte: "Aber es wäre kein faires Rennen gewesen, die Bedingungen waren zu wechselhaft. Eine Staffel oder einen Massenstart hätte man durchziehen können, weil dann alle genauso viel oder wenig gesehen hätten."

„Die Entscheidung war zwar ärgerlich, aber richtig. Angesichts der immer wieder durchziehenden Nebelschwaden hatte die Jury keine andere Wahl. Dabei hatten unsere Männer beim Anschießen vor dem Wettkampf wie die Herrgötter getroffen“, kommentierte Bundestrainer Frank Ullrich, der zuvor selbst das Gewehr in die Hand genommen und die Verhältnisse getestet hatte. „Ich habe alle fünf Scheiben getroffen, doch schon eine Minute später war durch den Diopter nichts mehr zu sehen“, erklärte er.

Ullrich war sich einig mit allen Trainern und fast allen Skijägern. „Das wäre eine reine Lotterie und kein Weltcuprennen geworden. Schade, dass bereits am Vormittag die Zusatzbeleuchtung von den Abendrennen der vergangenen beiden Tage auf der Loipe abgebaut wurde. Sonst hätte man es vielleicht abends noch Mal versuchen können“, sagte Österreichs Chefcoach Alfred Eder. „Die Jury hat die richtige Entscheidung getroffen. Selbst ich, der vom Holmenkollen einiges an Nebel gewohnt ist, habe nichts gesehen“, erklärte der Norweger Halvard Hanevold und schulterte frustriert das Gewehr.

Der Zinnwalder Michael Rösch sah die Entscheidung mit einem weinenden Auge. „Ich als Nebelkrähe hätte mir heute einiges ausgerechnet“, scherzte der Osterzgebirgler. „Doch im Ernst: Die Verhältnisse wechselten so stark, dass es kein reguläres und faires Rennen geworden wäre“, fügte er hinzu.

Bereits am Mittag hatte Uschi Disl nach ihrem Training geunkt, dass eine Absage drohe. „Der Nebel wurde immer dichter“, berichtete sie. Einen Tag nach ihrem Staffelrennen mit der Strafrunde sieht sie ihre Staffelchancen für die Olympischen Spiele in Turin sehr skeptisch. „Die Entscheidung über die Staffelbesetzung wird zwar erst in Turin fallen, doch ich glaube nicht daran, zu Olympia in der Staffel zu laufen. Wir haben derzeit sieben Frauen, die das wollen und können, doch nach der Verkürzung der Staffelstrecke von 7,5 auf 6 Kilometer ist das mehr zu einem Schieß-Wettkampf geworden“, begründet die „Sportlerin des Jahres“ ihren Pessimismus.

Sollte sie nicht für die Staffel laufen dürfen, „wäre das zwar nicht schön, aber ich würde die Entscheidung der Bundestrainer wie jede andere von uns akzeptieren“, betonte die zweimalige Staffel- Olympiasiegerin. Ihre Ziele für Turin hat Uschi Disl jedenfalls schon ohne das Staffelrennen festgelegt. „Ich möchte dort aufs Stockerl. Das wäre wunderschön, denn dann hätte ich bei allen Spielen, bei denen ich dabei war, eine Medaille gewonnen“, sagte die Skijägerin.

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