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Blake und Agassi spalten die US-Fans

Im Viertelfinale der US Open treffen am Mittwoch Andre Agassi und James Blake aufeinander. Die beiden einheimischen Tennis-Stars spalten die amerikanischen Fans in Flushing Meadows in zwei Lager.

Für die amerikanischen Tennisfans ist es das vorgezogene Endspiel der US Open in Flushing Meadows: Am Mittwoch treffen Superstar Andre Agassi und James Blake aufeinander. Das Duell der beiden US-amerikanischen Hoffnungen spaltet die Fans in zwei Lager. Auf der einen Seite Altmeister Andre Agassi, der möglicherweise bei seiner 20. Teilnahme bei den US Open letztmals aufschlägt, auf der anderen Seite James Blake, der nach einem Jahr der Leiden gerade ein schier unglaubliches Comeback feiert.

Vor dem "Spiel des Jahres" loben sich die beiden Kontrahenten gegenseitig in den höchsten Tönen. "James ist einer der großartigsten Menschen, die ich je getroffen habe", sagt Agassi. "Andre hat alles erreicht, aber er ist immer normal geblieben, das bewundere ich an ihm", sagt Blake: "Unser Match wird zeigen, dass sich harte Arbeit auszahlt und dass man trotzdem ein Gentleman bleiben kann."

"Manchmal kommt mir das alles unrealistisch vor"

Der 25-Jährige, der nur rund 80 Kilometer vom National Tenniscenter in Flushing Meadows geboren wurde, setzte seine Erfolgsserie in New York mit einem 4:6, 7:5, 6:2, 6:3-Erfolg über Tommy Robredo (Spanien) fort und hat damit erstmals in seiner Laufbahn das Viertelfinale bei einem Grand-Slam-Turnier erreicht. "Manchmal kommt mir das alles völlig unrealistisch vor", sagt er. "Aber auf der anderen Seite weiß ich auch, wie viel Arbeit ich investiert habe, um in diese Situation zu kommen."

Schon als Kind hatte Blake mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Als er 13 war, wurde eine Verkrümmung der Wirbelsäule festgestellt, die ihn dazu zwang, 18 Stunden am Tag ein Korsett zu tragen. Im Mai 2004 war Blake im Training in Rom mit dem Nacken gegen einen Netzpfosten gekracht und hatte sich dabei einen Wirbel gebrochen. Zwei Monate Zwangspause waren die Folge, zu denen er sagte: "Diese Verletzung war das Beste, was mir passieren konnte, denn dadurch konnte ich bei meinen Vater sein, als er im Juli starb."

Nach dem Tod seines Vaters Thomas erkrankte Blake an Gürtelrose, die zwischenzeitlich zu einer halbseitigen Lähmung im Gesicht führte. "Ich bin durch diese Erfahrungen viel reifer geworden", sagt er. "Ich habe gelernt, dass die Karriere zeitlich begrenzt ist, ich werde nicht immer so fit sein wie jetzt."

Im Moment aber reitet er auf einer Welle des Erfolges. Unmittelbar vor dem letzten Grand Slam des Jahres hatte er bereits das Turnier in New Haven gewonnen, und in der dritten Runde in New York schaltete er den spanischen Shootingstar Rafael Nadal aus.

Nach dem Erfolg über Robredo genoss er erneut die Ovationen, aber nicht nur von den Fans erfährt er Unterstützung: "Ich weiß, da oben ist etwas, das mir hilft", sagte Blake: "Ich weiß, dass mein Dad dabei ist."

Am Mittwoch will er vor mehr als 23 000 Zuschauern im Arthur-Ashe-Stadion nun wieder gewinnen, auch wenn er damit vielleicht die Laufbahn des achtmaligen Grand-Slam-Champions Agassi beendet. "Wenn er mich schlagen sollte, dann könnte es keinen besseren treffen", sagt Agassi: "Niemand hat den Erfolg so sehr verdient wie James Blake."

© SID

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