Bob National
Bethge: "Es gab einen riesigen Knall"

Gut zwei Wochen nach seinem schweren Unfall am 30. November auf der Olympiabahn von Cesana-Pariol ist Bob- und Skeleton-Cheftrainer Raimund Bethge auf dem Weg der Besserung. Im Interview äußerte sich Bethge zum Unfall.

Raimund Bethge, Cheftrainer der deutschen Bob- und Skeleton-Piloten befindet sich nach seinem schweren Unfall auf dem Weg der Besserung. Wenn alles glatt läuft, wird er Weihnachten bei seiner Familie in Schönau am Königssee verbringen können. Im Interview erzählt der Cheftrainer für Bob und Skeleton wie es zu dem dramatischen Unfall kam.

Frage: Herr Bethge, wie fühlen Sie sich im Moment?

Bethge: Es geht schon wieder. Nachts ist es noch unangenehm, da bekomme ich noch Schmerzmittel, über den Tag ist es jetzt schon wieder in Ordnung.

Frage: Wie wurden Sie medizinisch bisher versorgt und wie lange müssen Sie noch in der Klinik in Murnau bleiben?

Bethge: Wie lange ich bleiben muss, das steht noch nicht genau fest. Ich hoffe, dass ich Weihnachten zu Hause verbringen kann. Danach wird natürlich noch ein längerer Rehabilitationsaufenthalt folgen müssen. Die medizinische Betreuung war von Anfang an hervorragend. Schon den Ärzten an der Bahn in Cesana, dem Hubschrauberpersonal, dann den Ärzten in der Klinik in Turin, unseren Mannschaftsärzten Dr. Wagner und Dr. Nieswand und dem Personal hier in der Unfallklinik in Murnau gilt mein allergrößter Dank. Es wurde von Beginn an alles für mich gemacht was möglich war und ich bisher immer bestens versorgt.

Frage: Was ist am 30. November in Cesana passiert?

Bethge: Zu dem Zeitpunkt und an der Stelle der Bahn an der ich postiert war, war nicht klar wann das Training losgeht. Das sollte eigentlich um neun Uhr sein. Der gesamte Programmablauf war aber aufgrund des Schneefalls in Verzug. Deshalb haben wir darauf gewartet, dass man erfährt wann es jetzt losgehen soll. In dieser Phase, unmittelbar vor dem Training, nehmen alle Trainer ihre Position ein. Dabei ist es zwingend notwendig durch die Bahn zu gehen, um an gewisse Positionen von denen man optimal die Fahrlinie der Sportlerinnen und Sportler sehen kann, zu gelangen. Aus dieser Situation heraus kam plötzlich der Aufprall. Es gab einen riesigen Knall und ich lag in der Bahn. Ich habe dann über Funk Hilfe gerufen.

Frage: Und Sie haben weder eine Durchsage an der Bahn, noch das Rumpeln des Bobs gehört, noch hat der Zeitnehmer im Zielhaus Sie auf dem Überwachungsbildschirm entdeckt?

Bethge: Die Kameras für die Überwachungsanlage sind außerhalb der Bahn montiert, bei geschlossenen Sonnensegeln - wie es der Fall war - sieht man nicht überall in die Bahn hinein. Diese neuen Segel dämpfen auch alle Geräusche in der Bahn. Bei geschlossenen Segeln hört man nichts. Bis zu meinem Standpunkt hat niemand mitbekommen, dass das Training beginnen würde und dass gleich der erste Bob kommen würde.

Frage: Wie geht es nun weiter für die BSD-Nationalmannschaften? Werden Sie bis zu den Olympischen Winterspielen in Turin wieder fit sein und mit dabei sein können?

Bethge: Wichtig für mich ist, dass die Truppe das gut wegsteckt. Aber ich habe großes Vertrauen zu allen. Es läuft intern alles so gut, dass ich kein Problem sehe, wenn es für mich nicht bis Olympia klappt wider fit zu werden. Das Allerwichtigste ist, dass es keinen Sportler getroffen hat. Es hätte ja auch gut passieren können, dass sich da vor dem Training noch mal einer oder eine was in der Bahn angeguckt hätte. Wenn gerade kein Training läuft, dann kann das ja immer mal sein.

© SID

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