Bob National
Bethge redet schon wieder vom Bobfahren

Der am Mittwoch nach seinem Trainingsunfall verletzte Bob-Bundestrainer Raimund Bethge hat das Turiner Krankenhaus am Donnerstag wieder verlassen. "Er hat einen guten Eindruck gemacht", sagte Sportdirektor Stefan Krauß.

Raimund Bethge hat einen Tag nach seinem schweren Trainingsunfall und erfolgreicher Operation schon wieder über Bobfahren geredet. Am Donnerstag konnte der Chefbundestrainer zur Weiterbehandlung nach Murnau transportiert werden.

Die Ursache für das Unglück bleibt trotz einer Expertenrunde ungeklärt, die Staatsanwaltschaft wird sich in den Fall allerdings nicht einschalten. Der am Mittwoch in der Olympiapiste von Cesana von einem Zweierbob umgefahrene Bethge konnte das Turiner San Giovanni Bosco Hospital bereits verlassen. Am Freitag ist in der Unfallklinik am Staffelsee ein weiterer chirurgischer Eingriff an den Beinen geplant.

"Es geht ihm den Umständen entsprechend gut"

"Er hat einen guten Eindruck gemacht, es geht ihm den Umständen entsprechend gut - wir haben uns in einem Gespräch sogar schon über sportliche Details verständigt", sagte Sportdirektor Stefan Krauß dem sid und lobte ausdrücklich die medizinische Versorgung in der Olympiastadt Turin. Nach dem Krankenhausbesuch stand mit Weltverbandspräsident Robert Storey (Kanada), Jury-Mitgliedern und weiteren Fachleuten eine ausführliche Erörterung der Geschehnisse auf dem Programm.

"Wir haben gewissenhaft Ursachenforschung betrieben. Auch, damit ein solcher Unfall nicht wieder passiert. Es ist kein konkretes Fehlverhalten von einer Seite nachzuweisen", erklärte Krauß. Es sei wie bei vielen Verkehrs- oder Sportunfällen, bei denen es eine Verkettung vieler ungünstiger Umstände gebe und nicht einer allein die Schuld trage.

Dreistündige Operation am Mittwoch

Der als vorsichtig bekannte Bethge hatte zu Beginn des Trainings in der Eisröhre gestanden. Der 58-Jährige erlitt bei dem Zusammenstoß einen offenen Unterschenkelbruch im rechten sowie eine Sprunggelenkfraktur im linken Bein und musste am Mittwochabend rund drei Stunden operiert werden.

Die italienische Justiz wird nach derzeitigem Stand keine Ursachenforschung betreiben. "Die Staatsanwaltschaft ist nicht aktiv geworden", bestätigte Daniele Bessone, Sprecher des Organisations-Komitees Toroc, dem sid.

In einer anderen Toroc-Erklärung wurde darauf verwiesen, dass am Unfalltag der auf einer Teamleitersitzung vereinbarte Zeitplan genau eingehalten wurde. Demnach hätte zum Unfallzeitpunkt kurz nach 9.00 Uhr niemand in der Bahn sein dürfen. Krauß hatte dagegen von Verzögerungen wegen Schneefalls und längerer Bahnpräparierung gesprochen.

Lautsprecherdurchsage nicht gehört

Zudem gab es Debatten um eine Lautsprecherdurchsage zum Freimachen der Bahn, die von verschiedenen Personen nicht gehört wurde. Bundestrainer Meinhard Nehmer meinte, dass ein Lautsprecher ausgefallen sei. Der langjährige Weggefährte von Bethge hatte die Hilferufe des Schwerverletzten per Sprechfunkgerät gehört.

"Zuerst geht es jetzt um die Genesung von Raimund", betonte Krauß: "An zweiter Stelle steht, dass die Mannschaft sich nicht beeindrucken lässt, sich auf die Aufgaben konzentriert. Dann kommt, wie wir mit der Situation umgehen, dass er nicht dabei ist."

Hoppe vertritt Bethge bis Samstag

Bethges Job als Teamchef übernahm bis Samstag in Cesana Damen-Bundestrainer Wolfgang Hoppe. In der kommenden Woche will Kraußüber die Verteilung der Aufgaben entscheiden: "Bei diesem Verletzungsbild ist klar, dass Raimund bis Olympia nicht voll einsatzfähig sein wird."

© SID

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