Bob National
Bob-Legende Musiol feiert 50. Geburtstag

Wenn heute in Oschatz bei Leipzig im eigenen Lokal die Gäste zusammengetroffen sind, wird es einiges zu feiern und noch mehr zu erzählen geben - Bogdan Musiol, einstiger Weltklasse-Bobfahrer, wird heute 50 Jahre alt.

Ob als Anschieber von Wolfgang Hoppes oder Meinhard Nehmers Bob in die Goldspur, oder als Sportwart des deutschen Verbandes - für seine Nachfolger ist er nicht nur beliebter Ratgeber, sondern erfüllt auch schon manches mal die Rolle des Kummer-Kastens: Der einstige Weltklasse-Athlet Bogdan Musiol feiert heute in Oschatz bei Leipzig seinen 50. Geburtstag. Sein größter Wunsch: "Vancouver 2010 gemeinsam mit meinem Sohn Julian erleben". Der 21-Jährige ist als Skispringer auf dem Sprung in das Weltcup-Team.

Der frühere Oberhofer, auch Vater der Söhne Johannes (23) und Benedikt (17), erlebte sportlich alle Höhen. Er gewann bei fünf Winterspielen neben Olympiagold 1980 im großen Schlitten von Nehmer noch fünfmal Silber und einmal Bronze sowie bei Weltmeisterschaften seit 1978 dreimal Gold. Insgesamt holte er 31 internationale Medaillen und war beim Karriereende 1995 weltweit erfolgreichster Bobfahrer.

Der Geburtstag wird im eigenen Lokal gefeiert. Seit 1998 betreibt Musiol ein Fitness-Studio - später kamen Bowlinganlage, Saal und Gasträume dazu. Von den alten Sportskameraden haben sich auch Wolfgang Hoppe und Bernhard Lehmann angesagt, vielleicht schaut auch Cheftrainer Raimund Bethge vorbei. Bethge habe früher immer die richtigen Kufen dabei gehabt, Musiol die richtigen Frauen - so wird in Piloten-Kreisen gescherzt.

Guter Draht zur Frauenwelt

"Naja, zu den Frauen habe ich immer noch einen guten Draht", meint Musiol lachend und ahnt, dass so manche Geschichte aus früheren Zeiten bei der Geburtstagsparty erzählt wird. Im Trainingscamp ("da wurde das Bier gezählt.") wurden die Trainer schon mal mit Puppen im Bett ausgetrickst, wenn es zu nächtlicher Stunde in dunklen Sachen verbotenermaßen zum Ausgang ging.

Nach seinem Karriereende erlebt der gebürtige Oberschlesier eine persönliche Talfahrt - die Scheidung von seiner ersten Ehefrau setzte ihm zu, die Verwicklung in Autoschiebereien führte zu einer Verurteilung. "Ich war da schon ein bisschen bescheuert, das war ein Ausrutscher. Ich musste mich ordnen - das habe ich erfolgreich überstanden", meint er zu diesem Kapitel.

Heute wieder auf festem Boden

"Ich bin wieder in einer gesicherten Position, kann gut leben", freut er sich über das florierende Unternehmen. Mit seinem "Feldwebel" Katy, seit einem Jahr die Ehefrau, trägt er für gut zehn Mitarbeiter Verantwortung. Er kann es sich leisten, öfter als Sportwart unterwegs zu sein. Oder seinen Sohn zu Training und Wettkämpfen zu begleiten. "Da spiele ich mit den Jungs auch mal Fußball", so Musiol. Sein Wettkampfgewicht von 107 kg habe er noch: "Leider aber nicht mehr in den richtigen Proportionen."

© SID

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