Bob Olympia
Bobpiloten und Rodler warnen vor Olympiabahn

Bobpiloten und Rodler haben die Olympiabahn in Vancouver scharf kritisiert. Vor allem die Sicherheit der Athleten sei aufgrund der hohen Geschwindigkeiten nicht gewährleistet.

Bobpiloten und Rodler schlagen Alarm: Die Olympiabahn von Vancouver 2010 in Whistler ist nach Ansicht der Topleute um den dreimaligen Olympiasieger Andre Lange für einen Großteil der Athleten zu gefährlich. Bei der jüngsten Trainingswoche der Rodler und verschiedenen Tests der Bobelite war es bei Spitzengeschwindigkeiten von fast 150 km/h zu regelrechten Sturzserien gekommen. Vor allem schlechtes Eis und mangelnde Begrenzungen sind Kritikpunkte.

"Wir haben es den Verantwortlichen gesagt, aber es passiert nichts", meinte Bobpilot Lange: "Wir wollen ja nicht, dass die ganze Bahn weggebombt wird, aber es sind kleinere Umbauten nötig. Selbst Olympiasieger Lueders ist durch den Kanal geflogen und hob ab - und das ist richtig gefährlich." Für eine Revolte der Athleten fehlt seiner Ansicht nach aber die Einigkeit.

"Die müssen das Gehirn einschalten"

Schon vor Turin 2006 gab es Probleme mit der Olympiabahn und es bedurfte massiver Proteste, bis Umbauten angeordnet wurden. Der für Bob und Skeleton zuständige Cheftrainer Raimund Bethge schimpft über die beiden Weltverbände FIL (Rodeln) und Fibt (Bob und Skeleton), die einfach "nicht auf die Hinweise reagieren" und die Bahn abgenommen haben. Sie würden die Gesundheit der Sportler aufs Spiel setzen und keinen Gedanken an Veränderungen verschwenden. "Die müssen das Gehirn einschalten, aber das ist wohl schwer in bestimmten Gremien", meinte Bethge.

Der zweimalige Rodel-Weltmeister David Möller, der gerade von der internationalen Trainingswoche auf der Hochgeschwindigkeitspiste zurückgekehrt ist, sagte: "Irgendwann ist Schluss. In Whistler sind wir an einem Punkt, an dem man vehement umdenken muss. Sonst haben wir irgendwann keine Rodler mehr, die sich da heruntertrauen."

Möller verlangt "die Sicherheit so, wie man sich das von einer Olympiabahn vorstellt". Selbst Patric Leitner ist froh, dass er nur vom Damenstart herunterrasen musste. "Von oben würde ich nicht fahren", meinte der Doppelsitzer-Olympiasieger von 2002. Rodel-Cheftrainer Norbert Loch fordert "einen besseren Eisausbau durch internationale Experten".

Sportler kritisieren zu hohe Geschwindigkeiten

Die Probleme gibt es nach einhelliger Meinung im unteren Teil der Bahn. "Bei Kurve zehn hätte man einen Kreisel einbauen müssen, um die Geschwindigkeit zu reduzieren", so Frauenbob-Bundestrainer und Ex-Weltklasse-Pilot Wolfgang Hoppe.

Sportdirektor und Verbands-Generalsekretär Thomas Schwab sieht für die Rodler keine Gefahr für Leib und Leben, Stürze würden zum Rennsport dazu gehören. Aber er will sich bei der Trainingswoche der Bobelite vor dem Weltcup Anfang Februar höchstwahrscheinlich vor Ort umsehen. Sollten sich da die Befürchtungen der Bob-Asse bestätigen, würde er einen Brief an den Weltverband aufsetzen. "Das habe ich bei der Bahn von Turin 2006 auch getan - und es hat sofort geholfen", meinte er.

© SID

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