Bob Weltcup
Deutsche Bob-Piloten fahren in Park City hinterher

Bei der WM-Generalprobe in Park City haben die deutschen Bob-Piloten ein Debakel erlebt. Karl Angerer wurde Elfter, Andre Lange folgte auf Platz zwölf, Thomas Florschütz wurde 19.

Andre Lange schlittert in seinem nicht konkurrenzfähigen Millionen-Bob immer tiefer in die Krise. Ausgerechnet eine Woche vor der WM lieferten die deutschen Piloten um den Olympiasieger das schlechteste Weltcup-Wochenende der Geschichte ab. Beim Doppelsieg von Lokalmatador Steven Holcomb verbuchte Lange in Park City die Plätze sieben und 12, Karl Angerer als bester Deutscher die Ränge sechs und 11, und Thomas Florschütz stürzte sogar auf die Plätze 15 und 19 ab.

"Das ist nicht normal. Eine Woche vor der WM ist das kein schönes Ergebnis. Unsere Sorgen sind noch größer geworden", sagte Cheftrainer Raimund Bethge dem Sport-Informations-Dienst (sid). Auf weitere Ferndiagnosen wollte sich Bethge nicht einlassen, der Coach flog erst am Sonntag in die USA: "Ich werde vor Ort mit Trainern und Piloten darüber sprechen, welche Bedingungen dort geherrscht haben."

Noch nachdenklicher als die Platzierungen stimmten Bethge die Zeitabstände. Angerer fehlten zum Sieger 1,19 Sekunden, Lange 1,20, Thomas Florschütz als 19. gar 1,48 Sekunden - im Bob-Sport sind das Welten, die binnen einer Woche eigentlich auf keinen Fall aufzuholen sind.

Schlittenwechsel steht nicht zur Debatte

Fraglich ist, ob die miesen Resultate nur am neuen Vierer festzumachen sind. Der Schlitten hat unbestritten Probleme im Hochgeschwindigkeitsbereich, Lange klagte zudem oft über mangelnde Kontrolle an den Lenkseilen. Allerdings fahren im deutschen Team nur Lange und Florschütz das mit Steuer-Mill. von der Kufen-Schmiede FES und Christoph Langen entwickelte Gefährt. Angerer fährt in dem als besser eingeschätzten Singer-Bob der Konkurrenz ebenfalls hinterher.

Dass Lange wie im Vorjahr kurz vor der WM den Schlitten wechselt, steht momentan nicht zur Debatte. "Es wird darüber viel spekuliert. Sicher sind die Ergebnisse nicht so wie wir uns das vorgestellt haben, aber wir fahren erstmal mit dem FES-Bob weiter", sagte Trainer Carsten Embach. Lange selbst wollte sich nicht äußern.

Auf dem Siegertreppchen stand neben Holcomb der in beiden Rennen hinter dem Letten Janis Minins drittplatzierte Alexander Subkow. Der Russe sicherte sich auf der Olympiabahn von 2002 sowohl die Saisonwertung im Vierer als auch den Gesamtweltcup. Lange wurde in beiden Wertungen Dritter - eine Statistik, die den Chef-Piloten angesichts der Probleme wohl kaum interessieren dürfte.

Holcomb deklassierte die Konkurrenz auf seiner Heimbahn förmlich. Im ersten Rennen hatte er bereits nach dem ersten Lauf 0, 23 Sekunden Vorsprung, 24 Stunden später siegte der Amerikaner mit beinahe unglaublichen 0,55 Sekunden Vorsprung. Auf der WM-Bahn von Lake Placid wird Holcomb die Konkurrenz sicherlich nicht so dominieren, fraglich ist allerdings, ob ihm ausgerechnet Lange und Co. in die Parade fahren.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%