Bob Weltcup
Deutsche Vierer-Bobs enttäuschen in Whistler

Beim Vierer-Weltcup auf der Olympiabahn von Vancouver gab es für die deutschen Schlitten nichts zu holen. Bester Deutscher war Karl Angerer (Königssee) auf Rang neun.

Erst Materialprobleme, danach fast ein Sturz - Doppel-Weltmeister Andre Lange zog entnervt die Notbremse und trat aus Sorge um die Gesundheit mit seiner Mannschaft nicht mehr zum Finale beim Viererbob-Weltcup in Whistler an.

"Wir haben technische Probleme und starten deshalb nicht mehr, auch im Hinblick auf die Gesundheit meiner Mannschaft", sagte der Oberhofer Lange: "Der Bob ließ sich kaum lenken, die Vorderkufen hatten keinen Grip." Es müsse jetzt untersucht werden, woran es lag. Die Frage sei, ob es einen Defekt am Bob gibt, oder ob die getesteten Kufen für diese Bahn nicht geeignet sind.

Der im Zweier noch siegreiche Thomas Florschütz war ebenfalls chancenlos und stellte die Wettbewerbsfähigkeit der Geräte aus der Berliner Materialschmiede FES in Frage. Bundestrainer Carsten Embach war nach den Trainingseindrücken überrascht von dem schlechten Abschneiden. Karl Angerer (Königssee) wurde als Bester Neunter. "Das ist ernüchternd und unangenehm, aber wir werden bei der WM in Lake Placid konkurrenzfähig an den Start gehen", sagte er. Gestartet werden soll auf jeden Fall mit den umstrittenen FES-Schlitten.

Der 30-jährige Florschütz (Riesa) wurde nur Elfter. Einen Tag zuvor war der Vizeweltmeister im kleinen Schlitten mit Anschieber Marc Kühne 0,08 Sekunden schneller als der Schweizer Beat Hefti gewesen. Doppel-Weltmeister Lange wurde mit Rene Hoppe lediglich Fünfter, der Kanadier Pierre Lueders Dritter.

Kritik von Florschütz

Florschütz übte nach der Pleite Kritik am FES-Vierer: "Es ist deprimierend, dass man zweimal ordentlich runterfährt und Leute, die wesentlich schlechter steuerten, am Ende schneller sind. Man muss genau überlegen, ob man den neuen FES-Bob noch wesentlich verändern kann, ob er überhaupt eine Zukunft hat oder wir uns lieber nach anderen Geräten umsehen sollten."

Das Rennen gewann der Lette Janis Minins vor Steven Holcomb aus den USA (0,06 Sekunden zurück) und Weltcup-Spitzenreiter Alexander Subkow aus Russland (0,50). Lange fuhr im ersten Lauf auf Platz neun und vermied dabei in Kurve elf knapp einem Sturz, an zwei Stellen verloren zwei Kufen die Bodenhaftung. "Das war wie Flugschule", sagte er.

© SID

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