Bob Weltcup
Frischer Wind für Deutschlands Rodler

Vor Beginn der Weltcup-Saison hat sich im deutschen Bob- und Schlittenverband einiges verändert. Andre Lange und Jungstar Felix Loch blicken aber optimistisch in die Zukunft.

Neue Chefs, neues Material und frisches Blut: Das deutsche Eiskanal-Team um Bob-Pilot Andre Lange und Rodel-Nachwuchshoffnung Felix Loch startet mit einigen wesentlichen Veränderungen in den Weltcup-Winter. Als Saison-Höhepunkt gelten vor allem die Einweihungen der Olympiabahn 2010 in Vancouver.

"Alle blicken bereits auf die Bahn in Whistler, und die Weltmeisterschaften in Lake Placid finden in allen drei Disziplinen auf einer ähnlichen schwierigen Piste statt - das wird ein guter Gradmesser", meint Thomas Schwab. Der bisherige Goldschmied der Rodler ist künftig als Sportdirektor und Generalsekretär des Verbandes auch für Bob und Skeleton zuständig.

Nur Silke Kraushaar fehlt

Der bisherige Nachwuchs-Bundestrainer Norbert Loch, Vater des 19-jährigen Felix, ist Schwabs Nachfolger. "Wir haben einen tollen Teamgeist. Ich spüre keinen Druck, bin aber gespannt", sagt Loch vor dem Start des Viessmann-Weltcups am Wochenende in Innsbruck: "Ich habe ja alle Athleten schon im Nachwuchs betreut und kenne sie genau." Bei den Skeletonis mit Weltmeisterin Anja Huber an der Spitze hat der zwischenzeitlich entmachtete Olympiasieger Jens Müller wieder das Sagen.

Zum Kompetenzteam des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) gehört künftig auch der einstige Weltklasse-Pilot Christoph Langen, der als Verbindungsmann zur Materialschmiede FES die neuen Bobs für Lange und Co. optimieren soll. "Nach Vancouver wissen wir, ob das Experiment gelungen ist", meint Lange: "Jetzt bin ich heiß auf jede Fahrt mit dem neuen Viererbob."

In der Eisrinne wird im Vergleich zum Vorjahr lediglich die 38-jährige Silke Kraushaar-Pielach fehlen. Die Olympiasiegerin von 1998 beendete nach der vergangenen Saison als eines der letzten Asse aus der "alten Garde" ihre Laufbahn.

In das ohnehin junge Rodel-Team schafften kurzfristig auch die Junioren-Weltmeister Toni Eggert/Marcel Oster den Sprung, da die Weltmeister Andre Florschütz/Torsten Wustlich wegen einer Bandscheiben-Operation von "Flori" zunächst ausfallen.

"Es geht um die Finazierung des Verbandes"

Nach der insgesamt erfolgreichsten WM-Saison aller Zeiten, so Verbandspräsident Andreas Trautvetter, seien die bevorstehenden Monate umso wichtiger: "Im Jahr vor Olympia geht es schon um die künftige Finanzierung des Verbandes."

Neun von zehn möglichen WM-Titeln - lediglich im Skeleton der Männer klappte es nicht mit einem Heimsieg - werden im Februar freilich auf fremdem Eis nur schwer zu erreichen sein. Frauenbob-Bundestrainer Wolfgang Hoppe: "Klar, dass uns die Kanadier und Amerikaner in Übersee einheizen wollen." Er selbst hat in Olympiasiegerin Sandra Kiriasis und der zuletzt unter Knieproblemen leidenden Cathleen Martini gleich zwei heiße Eisen im Feuer.

Bei den Männern ist hinter Lange für die Weltcups auch Matthias Höpfner qualifiziert. Vizeweltmeister Thomas Florschütz und Karl Angerer sind zunächst abwechselnd am Start. Cheftrainer Raimund Bethge stellte nach der schwierigen Entscheidung fest: "Nach jeder Nominierung hat man weniger Freunde, nach 18 Jahren habe ich fast keine mehr."

Das deutsche Weltcup-Team, Bob: Andre Lange (Oberhof), Matthias Höpfner (Winterberg), Thomas Florschütz (Riesa), Karl Angerer (Königssee), Sandra Kiriasis (Winterberg), Cathleen Martini (Oberbärenburg), Claudia Schramm (Oberhof)

Rodeln: Felix Loch (Berchtesgaden), David Möller (Schalkau), Andi Langenhan (Zella-Mehlis), Jan Eichhorn, Johannes Ludwig (beide Oberhof); Patric Leitner/Alexander Resch (Königssee/Berchtesgaden), Tobias Wendl/Tobias Arlt (Berchtesgaden/Königssee), Toni Eggert/Marcel Oster (Oberhof/Suhl), Tatjana Hüfner, Anke Wischnewski (beide Oberwiesenthal), Natalie Geisenberger (Miesbach), Steffi Sieger (Winterberg)

Skeleton: Frank Rommel (Zella-Mehlis), Sandro Stielicke (Winterberg), Florian Grassl (Königssee), Anja Huber (Berchtesgaden), Marion Trott (Oberhof), Kerstin Szymkowiak (vormals Jürgens/Winterberg).

© SID

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