Bob Weltcup
Höpfner erleidet Achillessehnen-Riss bei Start

Matthias Höpfner hat sich beim Start des Viererbob-Finallaufes in Igls einen Riss in der rechten Achillessehne zugezogen. Damit ist die Saison für den 33-Jährigen beendet.

Nach der Botschaft vom Achillessehnenriss bei Bobpilot Matthias Höpfner flossen in Igls die Tränen, die gute Stimmung im deutschen Lager nach dem ersten Weltcup-Sieg von Thomas Florschütz war restlos dahin. Der 33-jährige Höpfner erlitt die Verletzung am rechten Fuß beim kraftvollen Sprint am Start des Finallaufs. Er rettete sich gerade noch in seinen Viererbob und steuerte diesen wenigstens sicher ins Ziel.

"Wer mich kennt, der weiß, dass ich kämpfen werde. Ich will Olympia in Vancouver erleben", sagte der WM-Dritte Höpfner und versuchte nach dem Saison-Aus, die Fassung zu bewahren. Der Olympiafünfte wird am Montag in München bei Professor Walther operiert, die Chancen auf ein erfolgreiches Comeback in der folgenden Olympiasaison sind aufgrund der nun fehlenden Testfahrten auf der dortigen Piste freilich eher gering.

Tränen bei den Teamkollegen

Bei seinem Anschieber Christian Friedrich rollten die Tränen. "Warum, warum?", stammelte er nur fassungslos. Doppel-Weltmeister Andre Lange war im Finallauf von Rang zwei hinter dem siegreichen Russen Alexander Subkow auf Position sieben zurückgefallen und sagte: "Wir haben am Start zu weit geschoben, aber wenn ich das mit Höpf sehe - da schiebe ich lieber sieben Mal zu weit."

Höpfner (Winterberg) lag bei Halbzeit aussichtsreich auf Platz vier, wollte angreifen und erlebte nach Rang acht die wohl bittersten Stunden seiner Laufbahn. "Es gibt auch Beispiele, dass die Heilung schnell verläuft", versuchte Bundestrainer Carsten Embach zu trösten.

Gute WM-Karten für Florschütz

Im Kampf um die Weltcup- und WM-Tickets gibt es nun hinter dem gesetzten Lange nur noch einen Zweikampf zwischen dem diesmal pausierenden Karl Angerer (Königssee) und Florschütz (Riesa). Vizeweltmeister Florschütz - als Sechster auch bester Deutscher im großen Schlitten - darf nun für Höpfner am kommenden Wochenende in Cesana an den Start gehen und kann so im direkten Aufeinandertreffen mit Angerer für klare Verhältnisse sorgen.

Mit dem Sieg im Zweierbob-Wettbewerb sammelte der 30-Jährige bereits einen ganz dicken Pluspunkt. "Jetzt fällt natürlich eine Last von mir ab. Ich habe schon öfters oben angeklopft, jetzt hat es geklappt", sagte er überglücklich. Nur 0,08 Sekunden lag Florschütz am Ende vor dem Schweizer Beat Hefti.

Lange wurde Vierter, sein Schlitten war ohne den verletzten Stammanschieber Kevin Kuske rund 15 Kilo leichter und damit ohne Chance. "Das fehlende Gewicht ist hier ein großer Nachteil. Ich habe eigentlich mit einem noch größeren Rückstand gerechnet", meinte Lange. Am Ende fehlten dem Oberhofer und Anschieber Martin Putze nur 0,04 Sekunden zu Steven Holcomb (USA) auf Platz drei.

Erstmals kein Podestplatz

Florschütz wurde mit einem Küsschen von Freundin Diane belohnt, anschließend gab es auf dem Innsbrucker Weihnachtsmarkt auch einen Glühwein. Die Erleichterung war riesig, hatte ihn doch Angerer mit seinem Sieg im Vierer-Abbruchrennen von Altenberg ordentlich unter Druck gesetzt.

Zur völligen Nebensache wurde, dass die deutschen Bobpiloten erstmals in diesem Winter ohne Podestplatz blieben. Subkow war in der "Königsklasse" 0,14 Sekunden schneller als Holcomb. Dritter wurde der Russe Dimitri Abramowitsch mit 0,20 Sekunden Abstand, Florschütz fehlten 0,19 Sekunden zum Podest. Immerhin gab es im Olympiaort von 1964 und 1976 noch einen deutschen Sieg durch Frank Rommel (Zella-Mehlis) im Skeleton.

© SID

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