Bob WM
Bobpilotin Martini holt WM-Bronze

Cathleen Martini hat bei der Bob-WM in Lake Placid die Bronzemedaille geholt. Favoritin Sandra Kiriasis hingegen fuhr auf einen enttäuschenden siebten Platz.

Andre Lange blieb als Halbzeit-Fünfter gelassen, Sandra Kiriasis zuckte dagegen nach Platz sieben ratlos mit den Schultern: Die Ausnahme-Pilotin erlebte bei der Bob-WM in Lake Placid die schwärzeste Stunde ihrer Karriere. Ein Jahr vor den Olympischen Spielen rettete Cathleen Martini die Bronze-Medaille, die britische Außenseiterin Nicola Minichiello jubelte über ihr sensationelles Gold. Thomas Florschütz schnuppert nach zwei Läufen als Zweiter ebenfalls am WM-Titel.

"Leider gründlich schief gegangen"

"Das Problem war eindeutig der Start. Ich wollte es aber mit Berit Wiacker versuchen. Das ist leider gründlich schief gegangen", sagte Kiriasis. Vor dem letzten Durchgang tauschte Kiriasis die schwache Anschieberin Wiacker gegen Patricia Polifka aus. Ihr Traum vom vierten WM-Titel in Folge war dort jedoch schon zerplatzt.

Auf der schwierigsten Bob-Bahn der Welt am tief verschneiten Mount van Hoevenberg fuhr Minichiello 0,38 Sekunden Vorsprung auf Lokalmatadorin Shauna Rohbock und 0,62 auf Martini heraus. Kiriasis hatte nach vier Läufen gewaltige 0,97 Sekunden Rückstand zu Gold, Claudia Schramm wurde Neunte. Die Wiederholung des Dreifach-Erfolgs aus dem Vorjahr wurde mehr als deutlich verfehlt.

Das bisher schlechteste WM-Ergebnis hatten die deutschen Frauen 2001 in Calgary eingefahren, als Susi Erdmann Bronze holte und Sandra Kiriasis bei ihrer ersten Teilnahme auf Platz sechs gefahren war. Dagegen holte Minichiello das erste Frauen-Gold für das Bob-Geburtsland Großbritannien.

Lange nur Fünfter

Bei den Männern wird es kein britisches Gold geben. Zur Halbzeit hat Thomas Florschütz nur 0,06 Sekunden Rückstand auf den Führenden Ivo Rüegg aus der Schweiz. Titelverteidiger Lange (Oberhof) liegt nur auf Platz fünf und hat bereits 0,42 Sekunden Rückstand zum Führenden. Karl Angerer (Königssee) enttäuschte völlig und fuhr auf den vorläufigen 14. Platz.

In drei von vier Läufen hatte Kiriasis arge Probleme am Start, verlor dort schon jedes Mal mindestens 0,10 Sekunden auf die Konkurrenz. Erst im finalen Durchgang passte mit Polifka die Zeit. Nach den ersten zwei Läufen zog sich das deutsche Trainer-Trio Hoppe, Raimund Bethge und Carsten Embach sogar den Unmut der Jury zu, als sie eine angeblich zu schmal gefräßte Anlaufspur bemängelten.

Hoppe hatte eigenhändig den Zollstock angelegt und gemessen, dass die Spur nur 16,5 statt der laut Reglement geforderten 17 Zentimeter breit sei. Der Bob- und Schlittenverband hatte sich sogar vorbehalten, Protest einzulegen. Allerdings war Kiriasis die einzige mit Startproblemen, so dass der Fehler bei Anschieberin Berit Wiacker zu suchen war.

Letztlich war der Verzicht auf Stamm-Anschieberin Romy Logsch der entscheidende Fehler. Die Diskurswerferin wurde nach einem handfesten Zoff mit Kiriasis nach Hause geschickt. Wiacker, die wohl doch noch mit den Nachwirkungen einer Zerrung kämpfte, hatte ihrer Pilotin sogar selbst angeboten, auf die Läufe drei und vier zu verzichten. Kiriasis hatte dies zunächst jedoch abgelehnt, war dann aber für den letzten Durchgang doch noch umgeschwenkt.

© SID

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