Bob WM
Kiriasis hat zur Halbzeit klar die Nase vorn

Sandra Kiriasis liegt auf Goldkurs. Die Olympiasiegerin hat bei der Bob-WM in St. Moritz bereits nach den ersten beiden Läufen klar die Führung vor der Weltcup-Spitzenreiterin Cathleen Martini inne.

Olympiasiegerin und Titelverteidigerin Sandra Kiriasis fährt in St. Moritz allen davon und liegt zur Halbzeit der Bob-WM klar auf Goldkurs. Die 32-Jährige aus Winterberg führt nach zwei von vier Läufen mit 1,40 Sekunden vor der Weltcup-Führenden Cathleen Martini (Oberbärenburg). Dritte ist Maya Bamert aus der Schweiz. Ex-Weltmeisterin Susi Erdmann (Königssee) liegt vor der Entscheidung am Samstag (ab 13.30 Uhr) auf Rang fünf.

Nach zwei nahezu fehlerfreien Fahrten von Kiriasis ließ sich selbst der eher besonnene Bundestrainer Wolfgang Hoppe zu Freudentänzen hinreißen. "Das war ein perfekter Start in die WM", sagte Hoppe und strahlte mit der Sonne von St. Moritz um die Wette.

Gold-Hattrick in greifbarer Nähe

"Ich bin total von uns begeistert", meinte auch die von der Ex-Diskuswerferin Ronny Logsch angeschobene Kiriasis. Nach dem Sieg von Andre Lange (Oberhof) im Zweierbob und dem Titel im Teamwettbewerb ist der deutsche Gold-Hattrick nun zum Greifen nahe.

"Jetzt mache ich erstmal Mittagsschlaf", sagte Kiriasis, deren "perfekter Tag" bereits um fünf Uhr morgens begann. Dank neuer Kufen und der starken Logsch, die in St. Moritz erst ihren dritten Wettkampf bestreitet, kann sich die Soldatin beruhigt ins Bett legen. "Ich fühle mich mental so gut und habe, seit ich über Weihnachten die neuen Kufen bekommen habe, auch keine Materialsorgen mehr", meinte eine sorgenfreie Kiriasis.

Ganz so ruhig bleibt Cathleen Martini trotz des derzeitigen Silberrangs nicht. "Besonders im zweiten Lauf haben mir meine Nerven einen kleinen Streich gespielt", sagte die 24-Jährige. Und die Goldmedaille hat sie schon abgehakt: "Sandra fährt in ihrem eigenen Universum. Für uns geht es eigentlich nur noch darum, Platz zwei zu verteidigen."

Materialprobleme bei Martini

Nach dem Pech bei der Startnummernauslosung - Martini musste als erste in die zu dem Zeitpunkt noch langsamere Naturbahn - kamen für die Polizeimeisterin noch Materialprobleme hinzu. "Mir springt während der Fahrt immer wieder das Visier auf, obwohl ich es abklebe", sagte Martini.

Unter dem Visierproblem litt auch Ex-Weltmeisterin Susi Erdmann (Königssee), doch die 39-Jährige haderte eher mit dem Start. "Durch meine Rodelkarriere sind meine Sprintmuskeln nicht entwickelt. Da kann man in meinem Alter auch nichts mehr machen", klagte Erdmann.

Auch mit der früheren Kiriasis-Anschieberin Anja Schneiderheinze-Stöckel wies Erdmann eine der schlechtesten Startzeiten des Feldes auf und fand sich nach zwei Läufen auf Platz fünf wieder. Das Podium hat die Hobby-Golferin dennoch nicht aus den Augen verloren. "Am Samstag wird es besser, dann starten wir den Angriff auf Bronze", meinte die Olympia-Fünfte.

Spitzenreiterin Kiriasis ist unterdessen am Samstag nicht nur auf die Goldmedaille aus. "Ich will unbedingt die 140-km/h-Marke knacken", sagte sie. Damit würde sie an die Geschwindigkeiten der männlichen Konkurrenz herankommen. Am Freitag fehlten ihr im zweiten Lauf fehlten nur 0,3 km/h.

© SID

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