Bob WM: Lange nach zwei Läufen auf Goldkurs

Bob WM
Lange nach zwei Läufen auf Goldkurs

Andre Lange fährt seinem sechsten WM-Titel entgegen. Eine Woche nach seinem Sieg in der Zweierbob-Konkurrenz liegt der Oberhofer in St. Moritz auch zur Halbzeit des Vierers in Führung.

Olympiasieger Andre Lange (Oberhof) liegt bei Halbzeit der Viererbob-WM in St. Moritz auf Goldkurs. Der Zweier-Weltmeister fuhr mit seiner Crew auf dem Weg zum Double eine Gesamtzeit von 2:10,43 Minuten und hat damit als Spitzenreiter eine Zehntel Vorsprung auf den Schweizer Ivo Rüegg. Platz drei belegt der US-Amerikaner Steven Holcomb mit zwei Zehntelsekunden Rückstand. Team-Weltmeister Karl Angerer (Königssee) als zweiter deutscher Pilot liegt nach zwei von vier Läufen in 2:11,25 Minuten auf Rang acht. Die Entscheidung fällt in den beiden Finaldurchgängen am Sonntag. Für Lange wäre es der vierte WM-Titel und nach 2002, 2003 und 2004 der vierte im großen Schlitten.

"Das waren Scheißfahrten. Gottseidank läuft die Kiste wenigstens unten heraus wieder schnell", grummelte Lange und verschwand im Hotel. Kevin Kuske, der den Bob Deutschland 1 gemeinsam mit dem von einer Verletzung genesenen Rene Hoppe und Martin Putze angeschoben hatte, war wesentlich zufriedener als sein ewig nörgliger Chef: "Das war ein schöner erster Tag. Wir haben ein gutes Polster und können vor dem Angriff auf Gold ein bisschen ruhiger schlafen." Lange ist seit 2002 mit zweimal Gold bei Winterspielen und drei WM-Titeln im großen Schlitten bei Großereignissen ungeschlagen.

In der Gesamtzeit von 2:10,43 Minuten hat Lange auf dem Weg zum zweiten WM-Double nach 2003 keinesfalls einen beruhigenden Vorsprung auf Rüegg, der im zweiten Lauf den vom Deutschen zum Auftakt markierten Bahnrekord um drei Hundertstel verbesserte. Der Schweizer schaffte dabei mit 4,99 Sekunden eine phantastische Startbestmarke auf der längsten Naturbahn der Welt.

"Die anderen werden am Sonntag ihr blaues Wunder erleben"

Kein Grund zur Nervosität für Zweier-Champion Kuske mit Blick auf Sonntag: "Die anderen werden am Sonntag ihr blaues Wunder erleben." Auch Bundestrainer Wolfgang Hoppe war zufrieden: "Das Team findet sich mehr und mehr, aber sie haben noch Reserven. Die haben das Messer zwischen den Zähnen und wollen Gold."

Allerdings liegt auch der drittplatzierte US-Amerikaner Steven Holcomb mit zwei Zehntelsekunden Rückstand noch in Schlagdistanz des Deutschen. Langes großes Plus ist jedoch sein Schlitten, der im zweiten Lauf zwischenzeitlich schon hinter Rüegg zurückgefallen war und doch am Ende dank der höchsten Geschwindigkeiten noch ganz vorn lag. Angerer hat mit 0,82 Sekunden schon alle Medaillenchancen verspielt: "Das waren die beiden schlechtesten Fahrten bei der WM."

Die deutsche Mannschaft hat in St. Moritz durch den Zweier-Triumph von Lange und dem Erfolg bei der Premiere des Teamwettbewerbs bereits zwei Goldmedaillen auf dem Konto und durfte im Frauen-Rennen am Samstagnachmittag auf den dritten Titel durch Sandra Kiriasis hoffen.

© SID

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