Bobfahrer erreichen Spitzengeschwindigkeiten von 146 km/h
Hackl ist der „Winter-Schumi“

"Ich geb' Gas, ich will Spaß" - Bobfahrer sind die Formel-1-Piloten des Wintersports.

HB TURIN. Das schnellste Geschoss im Eiskanal ist der windschnittige Viererbob: Auf der einzigen Naturbahn der Welt, im schweizerischen St. Moritz, wurden schon Spitzengeschwindigkeiten von 146 Stundenkilometern erreicht. Dieser Rekord wird bei den Olympischen Winterspielen wohl kaum gebrochen, aber über 140 km/h soll's auf der Glatteis-"Autobahn" von Cesana schon gehen.

Geht's ums olympische Tempo, sind aber auch Ski und Rodel gut: Mit 127,34 km/h raste der Amerikaner Bode Miller beim Abfahrtsrennen durch die erste Zeitschranke - schneller war auch Sieger Antoine Deneriaz (Frankreich) nicht. Auch der Rennschlitten trägt seinen Namen zu Recht: Für Tony Benshoof reichte es zwar nicht zu einer Medaille, der Amerikaner wurde aber mit 139,3 km/h "geblitzt" - die absolut schnellste Zwischenzeit in allen vier Läufen war der Trostpreis für den Viertplatzierten.

Selbst die Frauen sind oft schneller, als die Polizei erlaubt: Abfahrts-Olympiasiegerin Michaela Dorfmeister jubelte nach der 2538 Meter langen Adrenalin-Schussfahrt auf der Piste "Fraiteve Olympique" über Gold, schon bei der ersten Zeitkontrolle war sie die Schnellste: 106,47 km/h wurden als Spitzengeschwindigkeit im Protokoll registriert. Bei Landsfrau Renate Götschl ging's noch einen Zahn schneller - aber nur im Training (109,93 km/h).

Mit 95 Stundenkilometern heben die Skispringer von der Großschanze in Pragelato ab - Millisekunden entscheiden dann über Top oder Flop. Auf den Flugschanzen müssen die "Könige der Lüfte" noch mehr Mut beweisen: Bis zu 105 km/h haben die Springer drauf, wann sie am berühmten Kulm aus der Hocke hochschnellen und Flugposition einnehmen. Enorme Fliehkräfte wirken auf die Eisschnellläufer bei den 500-Meter-Sprints in den Kurven, die Höchstgeschwindigkeit wird auf den Geraden erreicht: Bei den Männern etwa Tempo 60, bei den Frauen rund 55 km/h.

Tempo ist aber nicht nur Beinarbeit, sondern vor allem Kopfsache. Wie in der Formel 1, wo der "Weltrekord" derzeit bei 370,1 km/h steht, sind Extremsituationen auch in den Highspeed-Disziplinen auf Eis und Schnee beherrschbar. "Das ist kein Problem, wenn der Athlet die Geschwindigkeit als positive, beherrschbare Herausforderung sieht und mit dem Kopf immer einen Wimpernschlag vor dem Körper ist", erklärte Hans Eberspächer, Deutschlands führender Sportpsychologe von der Uni Heidelberg. "Problematisch wird's nur, wenn man weit voraus denkt: Was passiert, wenn...

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