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Bönisch hält deutsche Judo-Fahnen bei der WM hoch

Als einzige deutsche Athletin hat Yvonne Bönisch bei den Judo-Weltmeisterschaften in Kairo überzeugen können. Mit dem Gewinn der Silbermedaille bewahrte Bönisch das deutsche Team vor einem Desaster.

Die deutschen Judoka sind bei den Weltmeisterschaften in Kairo mit einem blauen Auge davon gekommen. Einzig Olympiasiegerin Yvonne Bönisch hat das deutsche Team mit dem Gewinn der Silbermedaille vor einer Blamage gerettet. In einer Neuauflage des olympischen Finales von Athen unterlag die Potsdamerin diesmal Sun Hui Kye aus Nordkorea nach 38 Sekunden durch Ippon (ganzer Punkt), gewann aber die erste und wahrscheinlich einzige Medaille für das Team des Deutschen Judo-Bundes (DJB).

"Muss wohl zufrieden sein"

"Wenn man im Finale steht, dann will man auch gewinnen. Aber nach dem verflixten Jahr mit der Verletzung muss ich wohl zufrieden sein, dass ich überhaupt so weit gekommen bin", sagte Bönisch, die sich ein knappes Jahr nach ihrem Kreuzbandriss wieder in bestechender Form vorstellte. "Diesmal war Kye einfach stärker."

Vom ersten Kampf an präsentierte sich die 24 Jahre alte Blondine hellwach, besiegte nacheinander Russlands Europameisterin Olga Sonina, Leila Latrous (Algerien) sowie die starke EM-Fünfte Fanny Riaboff (Frankreich). Im Halbfinale gelang dann durch einen Koka (kleine Wertung) fünf Sekunden vor Kampfende ein knapper Sieg gegen Sydney-Olympiasiegerin und Angstgegnerin Isabel Fernandez (Spanien).

Dem ganz großen Wurf des ersten deutschen Frauen-Titels bei einer WM seit zwölf Jahren (zuletzt Schwergewichtlerin Johanna Hagn 1993), stand wie bereits in Osaka 2003 Sun Hui Kye im Weg. Vor zwei Jahren profitierte die Nordkoreanerin von einem in der letzten Kampfminute ausgekugelten Ellenbogen ihrer deutschen Rivalin, diesmal brachte ein lupenreiner Hüftwurf die Entscheidung.

Müller macht auf sich aufmerksam

Die drei anderen am dritten Wettkampftag eingesetzten DJB-Kämpfer blieben unplatziert. Dabei konnte zumindest Nico Müller (Frankfurt/Oder) bei sein WM-Debüt mit zwei Siegen in der 73-kg-Klasse aufwarten, musste aber in der Hoffnungsrunde nach einer Niederlage gegen Craig Ewers (Großbritannien) die Sachen packen. Der nach seinem Triumph beim World Masters in Bremen höher eingeschätze Adrian Kulisch (Abensberg/bis 66kg) schied gleich in der ersten Runde gegen Bektas Demirel (Türkei) aus. WM-Debütantin Mareen Kräh (Spremberg/bis 52kg) durfte zweimal kämpfen, allerdings jeweils erfolglos.

Die WM geht am Sonntag mit den Entscheidungen in vier weiteren Klassen zuende. Die beiden einzigen deutschen Starter, Michaela Baschin (Backnang/bis 48kg) sowie Verena Birndorfer (Abensberg/Open), treten dabei als krasse Außenseiter an.

© SID

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