Bogner-Rücktritt
Kati Witt soll Olympia retten

Nach dem Rücktritt Willy Bogners setzen die Sponsoren der Olympiabewerbung auf die Ex-Eiskunstläuferin. Das Motto heißt: Augen auf und durch, denn Patzer hat es bei dem Projekt schon genug gegeben.
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MÜNCHEN. Als ehemaliger Eiskunstlauf-Star hat Katarina Witt gelernt, auch während einer verkorksten Kür ein strahlendes Lächeln aufzusetzen. Mit diesen Fähigkeiten soll die Sächsin nun auch ein Projekt retten, bei dem es bislang mehr als nur einen Stolperer gegeben hat: Die Münchener Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018. Gestern Abend wollte die Frontfrau für Münchens Bewerbung schon einmal die deutschen Auslandsbotschafter in Berlin von dem Projekt überzeugen. "Jetzt bin ich vielleicht diejenige, die an der Front steht. Aber ich scheue nicht die Verantwortung", sagt Witt.

Nach dem Rücktritt von Filme- und Modemacher Willy Bogner als Chef der Bewerbungsgesellschaft soll die 44-Jährige als großes Aushängeschild der Kampagne wieder den Glanz verleihen, der ihr in den vergangenen Monaten abhanden gekommen ist, hoffen die Sponsoren der Bewerbung.

Noch 301 Tage sind es bis zur Entscheidung des IOC. München will als erster Austragungsort nach den Sommer- auch die Winterspiele ausrichten. Bis vor kurzem lag die Stadt gut im Rennen: Noch im Juni bescheinigte das IOC München, gleichauf mit dem südkoreanischen Bewerber Pyeongchang und noch vor dem französischen Annecy zu liegen. Die Südkoreaner haben sich bereits zweimal erfolglos beworben.

München hatte die Pole-Position - und stellte sich selbst ein Bein. Die Kampagne machte zuletzt viele Negativschlagzeilen. Grundstückseigentümer in Garmisch-Partenkirchen, wo ein Teil der Wettbewerbe ausgetragen werden soll, leisten heftigen Widerstand. Die Sponsorensuche kommt nur mühsam voran - daran änderte die Berufung Bogners nichts, von dessen Kontakten die Bewerbung profitieren sollte.

Die Wirtschaft gibt Durchhalteparolen aus. Nun gelte "Augen zu und durch", heißt es im Sponsoren-Kreis nach Bogners Rücktritt. Ein BMW-Sprecher betonte gestern: "Wir stehen klar hinter der Olympiabewerbung." Beim Flughafen München, der drei Mio. beisteuert, heißt es: "Unser Engagement hängt nicht an Personen." Bei einem anderen Sponsor verweisen sie darauf, dass das doch eine typisch deutsche Debatte sei, dass nur über die Risiken und Probleme gesprochen werde - und nicht über die Chancen, die so ein Event biete.

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  • Ja, das könnte zu einer ökologischen Katastrophe werden. Wenn ich für die Kati im Englischen Garten einen baum umlege und die geilen kanadischen Holzfäller das nachmachen, dann ist München eine Wüste.
    Aben wenn man dem Alois am Hauptbahnhof das bier wegsäuft, kommt die "Göttliche botschaft" bei der bayerischen Landesregierung vielleicht doch noch an.

  • ist es ökologisch sinnvoll die Olympischen Winterspiele 2018 nach München zu holen? Für mich nein. Die Kassen der Städte und Kommunen sind leer, also warum diese Prestigeobjekte? Nutzen haben andere, nicht die einheimische bevölkerung. Deshalb sollte München auf die Olympischen Winterspiele 2018 verzichten. Es wird eine sehr schöne Landschaft zerstört, und Landwirte werden genötigt sich von ihrem Land zu trennen, für ein paar Tage Sport, von hochbezahlten Sport-Profis? Nein danke.
    Danke

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