Boxen Amateure
Berlin verliert Box-Titel am Grünen Tisch

Das oberste Box-Verbandsgericht hat den Bundesliga-Kampf von Hertha BSC gegen den SV Babelsberg nachträglich gegen Berlin gewertet. Dadurch gewinnt der BC Velbert den Meistertitel.

K.o.-Schlag für Hertha BSC: Die Berliner haben ihren deutschen Meistertitel nachträglich am Grünen Tisch verloren und für ein weiteres unrühmliches Kapitel im deutschen Amateurboxen gesorgt. Weil die Hauptstädter den Athletenpass eines ihrer Boxer im Bundesliga-Duell mit Babelsberg nicht vorlegen konnten, verloren sie zwei Punkte und müssen sich nun mit der Vizemeisterschaft begnügen.

"Ein unglücklicher Vorfall", sagte Präsident Jürgen Kyas vom Deutschen Boxsport-Verband (DBV). "Hertha hatte bereits gefeiert und wollte von uns unbedingt einen Meisterpokal haben. Wir haben aber gewartet, weil das Verfahren noch lief."

Berlin klagt gegen das Urteil

Nach Ende der Bundesliga-Saison Mitte Juni bejubelten die Berliner ausgelassen ihren ersten Titelgewinn seit 1996 und wollen sich den Triumph jetzt auch nicht mehr nehmen lassen. Am Freitag reichte der Klub beim Landgericht in Kassel, dem Sitz des DBV, Klage ein. "Wir kämpfen um unseren Titel", sagte Abteilungsleiter Peer Mock-Stümer.

Die Berliner hatten beim Duell gegen Babelsberg am 15. Februar 2009 den Athletenpass ihres polnischen Faustkämpfers Marcin Legowski nicht vorgelegt. Babelsberg legte Protest ein - mit Erfolg: Die Wertung des Kampfes von Legowski wurde durch das oberste Verbandsgericht in ein 2:0 für den Babelsberger Andre Kurz geändert. Am Ende gewann Babelsberg mit 12:11.

Velbert erhält nachträglich den Titel

Damit verloren die Herthaner in der Endabrechnung zwei entscheidende Punkte und rutschten in der Abschlusstabelle mit 8:4 Zählern auf den zweiten Rang zurück. Der BC Velbert blieb bei 9:3-Punkten und sicherte sich zum siebten Mal in Folge den Meistertitel.

Obwohl das Verbandsgericht bereits Mitte August sein Urteil sprach, veröffentlichte der Verband die neue Wertung erst am 1. Oktober auf seiner Internet-Seite - auch kein Ruhmesblatt. "Hertha hatte uns mit rechtlichen Schritten gedroht. Wir mussten uns bei unserem Rechtsexperten zunächst absichern, wie wir vorgehen. Der war aber noch im Urlaub", erklärte Kyas.

In Velbert nahm man den Gewinn des siebten Meistertitels in Folge gelassen auf. "Wir haben auch schon die Vizemeisterschaft ausgiebig gefeiert und hätten damit leben können", sagte Vorsitzender Hans-Werner Stryak.

© SID

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