Boxen Amateure
Culcay-Keth im Finale der Amateur-Box-WM

Der Weltergewichtler Jack Culcay-Keth steht im Finale der Box-WM der Amateure in Mailand. Der EM-Zweite könnte das erste deutsche WM-Gold seit 1995 holen.

Er tänzelte mit erhobenen Fäusten durch den Ring und ließ sich vom Publikum feiern. Jack Culcay-Keth hat bei der Box-WM der Amateure in Mailand dem enormen Druck standgehalten und durch seinen 6:4-Punktsieg im Halbfinale gegen den Usbeken Botirjon Machmudow den deutschen Traum vom ersten WM-Gold seit 14 Jahren am Leben gehalten. Im Finale am Samstag (ab 15.30 Uhr) boxt der Weltergewichtler gegen den Russen Andrej Samkowoj.

Der EM-Zweite aus Darmstadt zeigte einen taktisch klugen Kampf. Trotz eines 0:2-Rückstandes nach der ersten Runde behielt er die Übersicht und drehte den Kampf durch ein 3:0 in der zweiten Runde. Im letzten Durchgang wich Culcay-Keth den Angriffen seines Gegners dank guter Beinarbeit immer wieder aus und sammelte seinerseits die nötigen Treffer. "Er hat sich sehr gut bewegt und am Ende verdient gewonnen", sagte DBV-Pressesprecher Alexander Mazur.

Beblik scheidet aus

Dagegen war für Ronny Beblik im Halbfinale Endstation. Der Fliegengewichtler aus Chemnitz unterlag am Freitagabend in der Vorschlussrunde Mcwilliams Arroyo aus Puerto Rico trotz starker Leistung nach Punkten mit 7:9. Eine Minute vor Ende des Kampfes konnte Beblik auf 7:7 ausgleichen, ehe der Favorit aus Puerto Rico mit einem furiosen Schlussspurt den Sieg unter Dach und Fach brachte.

Im deutschen Lager überwog jedoch die Freude. Durch den Halbfinal-Sieg von Culcay-Keth, der im Alter von fünf Jahren mit seiner Familie nach Deutschland gekommen war, darf sich der Deutsche Amateurbox-Verband (DBV) weiter Hoffnungen auf das erste WM-Gold seit 1995 machen. Damals hatte Fliegengewichtler Zoltan Lunka (Halle) bei der Heim-WM in Berlin zum letzten Mal einen Titel für die DBV-Kämpfer geholt. Zum letzten Mal Silber gab es bei Weltmeisterschaften im Jahr 2005 bei den Titelkämpfen im chinesischen Mianyang durch Bantamgewichtler Rustam Rahimow.

"Durch sein Freilos in der ersten Runde hat Culcay-Keth einen Kampf weniger in den Knochen als der Russe", sagte Mazur vor dem Finale über den deutschen Hoffnungsträger, der international erstmals durch seinen zweiten Platz bei der EM in Liverpool im vergangenen Jahr auffiel.

Der DBV hatte vor den Titelkämpfen, an denen 554 Boxer aus 133 Nationen teilnahmen, ein bis zwei Medaillen als Ziel für die neunköpfige Staffel ausgerufen. Zuletzt waren deutsche Faustkämpfer sowohl beim Olympia-Debakel in Peking als auch bei der WM 2007 in Chicago ohne Edelmedall geblieben.

© SID

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