Boxen International
Boxlegende Sugar Ray Leonard wird 50

Eine der schillerndsten Figuren der Boxszene feiert heute ihren 50. Geburtstag. Sugar Ray Leonard, in seiner 21-jährigen Karriere fünffacher Weltmeister, wurde unter anderem im Jahr 1990 zum "Boxer der Dekade" gekürt.

Er kam als Ersatz für den "Größten", doch am Ende seiner großen Karriere hatte sich Sugar Ray Leonard längst seinen eigenen Ruf als lebende Box-Legende erarbeitet. Der Mann, dessen Karriere 1976 mit Olympiagold begann und der in den kommenden 21 Jahren fünf Weltmeistertitel in verschiedenen Gewichtsklassen erringen sollte, feiert heute seinen 50. Geburtstag. In den USA gilt Leonard trotz Skandalen abseits des Rings und zahlreicher misslungener Comebacks noch heute als einflussreichster Boxer neben Muhammad Ali.

In 150 Kämpfen 145-mal ungeschlagen

Ginge es nach Leonards Eltern, hätte ihr Sohn niemals den Boxring betreten. Ray Charles Leonard nannten sie ihren Filius in Anlehnung an den gleichnamigen Jazz-Sänger, doch als Leonard senior krank wurde, legte sein Sohn schnell die Pläne zum College-Besuch ad acta und verdiente die 40 000 Dollar Krankenhauskosten mit seinem ersten Profikampf gegen Luis Vega (Puerto Rico). Die vorausgegangene Amateurkarriere gab einen Vorgeschmack auf das, was folgen sollte: Leonard, der sich den Beinamen "Sugar" seines Idols Sugar Ray Robinson zulegte, blieb dort in 150 Kämpfen 145-mal ungeschlagen.

Es gab Boxer, die schneller und athletischer waren, doch niemand analysierte die Schwächen der Gegner besser als Amerikas neuestes Idol. Als Belohnung wurde Leonard 1990 zum "Boxer der Dekade" gekürt, stieg in die Riege der Box-Millionäre auf und erhielt schließlich die ultimative Weihe von einem, der es wissen musste. "Sugar Ray spürt, wann er den Kampf beenden muss. Er hat den Killerinstinkt und ist in diesem Punkt der zweitbeste Boxer aller Zeiten - hinter mir", urteilte einst Ali.

Charisma und Stil machen Leonard berühmt

Dass Leonard in Sachen Beliebtheit fast mit seinem Mentor mithalten konnte, schien wie vom Schicksal bestimmt. Nach dem Rücktritt Alis sehnte sich Amerika nach einem neuen charismatischen Champion, Leonard füllte mit seinem blendenden Aussehen und attraktiven Boxstil das Vakuum.

Niederlagen wie die legendären 15 Runden gegen Roberto Duran im Olympiastadion von Montreal taten seinem Ruhm keinen Abbruch, zumal Leonard sich nur wenige Monate später rehabilitierte. Beim Rematch verprügelte er Duran dermaßen brutal, dass dieser nach Runde sieben in seine Ecke taumelte und nur noch "No Mas" (Nicht mehr) stammelte. Der K.o.-Sieg im Vereinigungskampf im Weltergewicht gegen seinen Erzrivalen Thomas Hearns und Erfolge gegen drei weitere amtierende Champions brachten Leonard 1981 die Ehrung zum Sportler des Jahres.

Umso überraschender kam Leonards erster Rücktritt 1982. Eine Verletzung an der Netzhaut musste operativ korrigiert werden, der von vielen Fans geforderte Mega-Fight gegen Mittelgewichts-Champ Marvin Hagler fand zunächst nicht statt. Es dauerte allerdings nur gut zwei Jahre, bis Leonard seine Boxhandschuhe wieder auspackte. Er schlug seinen Landsmann Kevin Howard, blieb dabei jedoch blass und ging sogar erstmals in seiner Karriere zu Boden.

Die Kritik führte zum erneuten Rücktritt, der wiederum 1986 dem angeblich finalen Kampf gegen den seit elf Jahren ungeschlagenen Hagler Platz machte. Es sollte zwar nicht Leonards letzter Fight werden, aber der Punktsieg über den 4:1-Favoriten war bei weitem der imponierendste Auftritt im Herbst seiner Karriere.

"Sugar" verfällt dem Kokain

Nach zwei weiteren - diesmal erfolglosen - Comeback-Versuchen in den Jahren 1991 und 1997 verabschiedete sich Leonard endgültig vom aktiven Boxsport. Karrieren als Promoter und TV-Kommentator verliefen im Sande, dazu verfiel der beste Boxer der 70er-Jahre der Droge Kokain.

Seine erste Frau Juanita hatte sich bereits 1996 wegen angeblicher Tätlichkeiten von ihrem Ehemann scheiden lassen. Ganz konnte der zwischenzeitlich erneut verheiratete Boxer allerdings nicht von seinem Sport lassen. Im Herbst 2005 feierte er auf amerikanischen Bildschirmen ein allerletztes Comeback - mit Schauspieler Sylvester "Rocky" Stallone betätigte er sich in der Reality TV-Serie "The Contender" als Betreuer von Nachwuchsfightern.

© SID

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