Boxen International
Felix Sturm boxt um seinen guten Ruf

An der Stätte seines Aufstiegs will Boxer Felix Sturm heute Abend in Berlin (23 Uhr/live im ZDF) die Wunden der Vergangenheit schließen. Nach seiner Niederlage gegen Javier Castillejo wagt der 27-Jährige ein Comeback.

Eine Woche nach dem missglückten Comeback von Axel Schulz wagt sich ein zweiter deutscher Boxer nach einer schmerzenden Niederlage in den Ring zurück. Allerdings ist der letzte Auftritt und die damit verbundene Niederlage des Leverkusener Felix Sturm noch nicht so lange her, wie die von Axel Schulz zuvor. Doch vor dem heutigen Kampf (23 Uhr/live im ZDF) gegen den Australier Gavin Topp sind die Wunden bei Sturm noch nicht verheilt. Betont sachlich verzichtet Sturm an der Stätte seines kometenhaften Aufstiegs im September 2003 auf das übliche Ballyhoo - zu viel ist in der Zwischenzeit passiert.

"Man muss abwarten, wie der Kampf verläuft", sagt der 27 Jahre alte Leverkusener zu seinen Siegchancen. Immerhin sei der Australier ein "harter Junge" und ein "guter Schläger", weiß Sturm nach dem Studium mehrerer DVD"s über seinen 33 Jahre alten Gegner: "Er hat zwei, drei Schwachstellen. Die will ich ausnutzen. Die richtige Antwort gebe ich im Ring."

Sturm weiß, dass sein guter Ruf auf dem Spiel steht, die überraschende Niederlage gegen den Spanier Javier Castillejo im Juli nach Technischem K.o. in der zehnten Runde hat ihm schwer zugesetzt. Mehrere Aufwärtshaken musste er schlucken und wurde regelrecht verprügelt. "Ich habe gelernt, dass ich 100 Prozent geben muss, nicht nur 99", sagt Sturm heute.

Als zehn Tage nach dem Debakel von Hamburg die heißgeliebte Mutter ihrer Krebserkrankung erlag, wurde der Ruf nach einer psychologischen Betreuung für Sturm laut. Energisch wies der Boxer den Rat zurück: "Davon halte ich nichts. Entweder hat man ein Boxer-Herz oder nicht."

Die Frage, ob der Tod seiner Mutter nach wie vor eine zusätzliche Belastung für ihn darstellt, ließ Sturm unbeantwortet: "Dazu kein Kommentar." Für seinen Trainer Michael Timm ist die neue Sachlichkeit keine Überraschung: "Er hat einen Reifeprozess durchgemacht." Der 43 Jahre alte Coach der Universum Box-Promotion hält nach wie vor große Stücke auf seinen Schützling: "Er wird aus der Sache gestärkt hervorgehen."

Sturm will Revanche gegen Castillejo

Ohne zu zögern antwortet Sturm allerdings, wenn er auf einen Revanche-Kampf gegen Castillejo angesprochen wird: "Jeder hat doch gesehen, was wir uns für einen spektakulären Fight in Hamburg geliefert haben. Eine Revanche wäre angemessen." Schon in Berlin kann sich der entthronte WBA-Champion ein Bild von seinem Nachfolger machen. Der Spanier verteidigt in der gleichen Veranstaltung seinen Gürtel gegen den Argentinier Mariani Natalio Carrera.

Beste Erinnerungen hat Sturm an das Estrel-Hotel, in dem am 13. September 2003 sein Stern aufging. Der damals 22-Jährige stieg damals als Ersatzmann für Bert Schenk (Burg) in den Ring und wurde nach dem Punktsieg über den Argentinier Hector Velazco überraschend Weltmeister.

Keinen Vergleich sieht Sturm zum Kampf von Axel Schulz, der sich bei seinem Comeback am vergangenen Samstag blamierte und in der sechsten Runde durch Technischen K.o. gegen den US-Amerikaner Brian Minto verlor: "Axel Schulz ist Axel Schulz. Felix Sturm ist Felix Sturm. Das sind zwei völlig verschiedene Boxer und Charaktere."

© SID

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