Boxen International
Witali Klitschko startet politische Karriere

Witali Klitschko hat nach dem Ende seiner Box-Karriere ein verstärktes Engagement in der Politik angekündigt. Der 34-Jährige will für Demokratie und die europäische Integration in seiner ukrainischen Heimat kämpfen.

Ex-Boxweltmeister Witali Klitschko will sich nach dem Ende seiner sportlichen Karriere verstärkt der Politik widmen. Bei einer Rede am ukrainischen Freiheitstag in seiner Heimatstadt Kiew gab der 34-Jährige bekannt, in Zukunft für Demokratie und die europäische Integration seines Heimatlandes zu kämpfen. "Die Demokratie kommt nicht von einem Tag auf den anderen", erklärte der 34-Jährige: "Ich möchte mich in die Prozesse dort involvieren und meine weltweiten Kontakte und Erfahrungen für die Ukraine nutzen."

Schon bei der "Orangenen Revolution" politisch aktiv

Der Weg in die Politik ist vorgezeichnet, schon bei der "Orangenen Revolution" vor exakt einem Jahr war er gemeinsam mit Bruder Wladimir einer der prominenten Unterstützer der Demokratiebewegung. Allen Spekulationen über eine spätere Fortsetzung seiner Laufbahn erteilte er jedenfalls noch einmal eine klare Absage: "Meine sportliche Karriere ist beendet."

Auch deshalb hat er sich in seiner Wahlheimat Hamburg nun von einigen Weggefährten seiner sportlichen Laufbahn verabschiedet und sich bei ihnen bedankt. Der Kreuzbandriss im Sparring vor dem für den 12. November geplanten WM-Kampf gegen Hasim Rahman ließ ihm praktisch keine andere Wahl. Der 2,02 Meter große vermeintliche Modellathlet mit dem so verletzlichen Körper hat unter dem Ende mehr zu leiden als er selbst erwartet hat: "Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer ist aufzuhören."

Zwanzig Jahre lang hat er schließlich als Kampfsportler im Ring gestanden, als Kickboxer zunächst, dann im klassischen Faustkampf. Er war Militärweltmeister, wurde 1996 Profi, war Europameister und Weltmeister der Verbände WBO und am Ende des WBC, dessen Titel er nun kampflos abgeben musste. WBC-Präsident Jose Sulaiman hat ihn mittlerweile zum "Weltmeister im Ruhestand" ernannt, der das Recht hat, jederzeit den amtierenden Champ herauszufordern.

"Es ist sehr traurig"

Aber das wird nicht passieren. "Es ist sehr traurig, eine Woche lang war ich wirklich schlechter Laune", räumt er ein und beschreibt seine Gefühlslage so: "Mir geht es wie vor meinem ersten Bungeesprung: Man macht einen Schritt, von dem man nicht weiß, was man zu erwarten hat." Abstürzen aber wird er nicht, die finanzielle Zukunft ist gesichert. Neuer Lebensmittelpunkt der Familie mit drei Kindern wird Kiew, aber er behält auch sein Haus in Hamburg.

Und natürlich wird er seinen Bruder Wladimir weiter in der Ringecke unterstützen, wenn der wieder antritt. "Als Sportwissenschaftler, nicht als Bruder, sage ich, der andere Klitschko hat viel mehr Potenzial", meint Witali.

Sein fünf Jahre jüngerer Bruder plant einen WM-Kampf im März in Deutschland, die Verhandlungen sind weit fortgeschritten. Wahrscheinlich wird IBF-Champ Chris Byrd der Gegner sein, weniger wahrscheinlich WBO-Champ Lamon Brewster. Bei beiden Verbänden ist der "kleine" Klitschko Pflichtherausforderer.

© SID

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