Boxen National
Brähmer fühlt sich im Prozess ungerecht behandelt

Vor dem achten Prozesstag am Schweriner Amtsgericht hat der angeklagte Box-Weltmeister Jürgen Brähmer erstmals das Verfahren und den zuständigen Richter kritisiert.

Box-Weltmeister Jürgen Brähmer hat sich vor dem für Freitag angesetzten achten Prozesstag vor dem Schweriner Amtsgericht erstmals öffentlich über das gegen ihn angestrengte Verfahren wegen mutmaßlicher Körperverletzung geäußert und harte Kritik am zuständigen Richter, an der Staatsanwaltschaft und am Ablauf des Verfahrens geübt.

"Mein Anwalt sagt mir, dass die Anklageerhebung und die Art und Weise der Prozessführung unfair ist. Ich kann das nicht beurteilen, habe aber auch den Eindruck, dass ein anderer als ich in dieser Weise nicht verfolgt werden würde. Die Anwälte bestätigen mir, dass dieser Eindruck nicht ganz falsch ist", sagte der 31-Jährige dem Hamburger Abendblatt (Mittwoch-Ausgabe).

Brähmer bestreitet Köperverletzung und Beleidigung

Dem mehrfach vorbestraften Halbschwergewichtler, der seinen WM-Titel am 19. Dezember in Schwerin gegen Dimitri Suchotski (Russland) verteidigt, werden vier Jahre nach seiner Haftentlassung und einem erfolgreichen sportlichen Comeback Körperverletzung und Beleidigung vorgeworfen. Der Profiboxer bestreitet die Taten, die sich im Mai und September 2008 zugetragen haben sollen.

"Der eine Vorfall stützt sich auf einen Zeugen, der völlig andere Angaben im Verfahren gemacht hat, als bei der früheren Strafanzeige", meinte Brähmer: "Hinsichtlich des anderen Vorfalls gibt es eine Frau, die von mir geschlagen worden sein will. Keiner der zahlreichen Zeugen, die dabei waren, hat den Schlag gesehen. Die Frau ist 20 Stunden nach dem Zusammentreffen mit mir ärztlich untersucht worden. Ergebnis: keine Schwellungen im Gesicht, keine Hämatome, kein Nasenbeinbruch."

Ungereimtheiten

Nach Angaben von Brähmer habe ein dem vermeintlichen Opfer bekannter Arzt "erst drei Tage später Hämatome und Schwellungen im Gesicht und einen Nasenbeinbruch festgestellt." Für ihn könne es somit nur zu einem Freispruch kommen: "Wenn es mit Recht und Gesetz zugeht, darf ich nicht im Knast landen. Angesichts dieses Ergebnisses der Beweisaufnahme, wie kann mich ein faires Gericht verurteilen wollen?"

In jedem Fall wolle er sich rechtliche Schritte gegen die Staatsanwaltschaft vorbehalten. Sollte Brähmer entgegen seiner Erwartungen doch verurteilt werden, müsste er mit einer weiteren Haftstrafe und dem möglichen Karriereende rechnen.

© SID

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