Boxen National
Brähmer will über Veit zum WM-Fight

In München steigt heute (22.00 Uhr/live im ZDF) der Fight im Supermittelgewicht zwischen Jürgen Brähmer und Mario Veit. Für Brähmer soll der Kampf nur eine Durchgangsstation auf dem Weg zu einem Titel-Fight sein.

Der heutige Kampf in München im Supermittelgewicht (22.00 Uhr/live im ZDF) zwischen Jürgen Brähmer und Mario Veit birgt einiges an Brisanz in sich. Zum einen ist es das Aufeinanderteffen zweier Kämpfer aus dem Universum-Boxstall, zum anderen hat Jürgen Brähmer noch viel vor. Der 27-Jährige peilt in naher Zukunft einen WM-Fight an, eine Niederlage gegen Veit könnte seine Pläne jedoch durchkreuzen.

"Der Verlierer ist weg vom Fenster"

Brähmer will seinen Kollegen abschütteln und sich selbst den Weg zu einem WM-Kampf ebnen. Veit dagegen möchte seinem populären Widersacher die Show stehlen. Veit weiß: "Der Verlierer ist weg vom Fenster." Auch er vermutet, was viele Beobachter glauben: Kohl will den unspektakulär boxenden Cottbuser von der "Pay-Roll" haben.

Genau diese Konstellation birgt den Reiz der zweitrangigen Internationalen WBC-Meisterschaft. Zugleich löste diese Ansetzung auch viel Kritik aus. Fritz Sdunek etwa, Trainer des 32 Jahre alten Veit, hat im Vorfeld ganz unverblümt sein Missfallen an dem Kampf zum Ausdruck gebracht. "Ich verstehe dieses Match nicht, da müssen Sie meinen Chef fragen", sagte der 59 Jahre alte Erfolgscoach über Universum-Promoter Klaus-Peter Kohl.

Michael Timm, Trainer des favorisierten Brähmer, äußerte sich ähnlich: "Ehrlich gesagt, ich verstehe diesen Kampf einfach nicht." Kohl will diese Kritik nicht gelten lassen und kontert: "Die Boxfans wollen große Kämpfe. Fights, in denen Emotionen stecken."

Zwei Niederlagen für Veit bislang

Sdunek ist sicher, dass sein Schützling die durchschaubare Strategie nicht einfach über sich ergehen lassen wird. "Mario ist ein erfahrener und harter Hund, der es nochmal wissen und der sich nicht so abschieben lassen will", sagt Sdunek. In 49 Profi-Kämpfen hat Veit nur zweimal verloren, doch diese Niederlagen haben ihn in den internationalen Ranglisten abstürzen lassen. Dabei ist er lediglich am alles überragenden Waliser Champion Joe Calzaghe zweimal in WM-Kämpfen gescheitert.

Der ungeschlagene Junioren-Weltmeister Brähmer ist mittlerweile dorthin zurückgekommen, wo er vor seiner schwierigsten Lebensphase schon einmal stand. Sechs seiner 27 Lebensjahre saß der Schweriner wegen diverser Körperverletzungsdelikte im Gefängnis. Am letzten Tag vor seiner jüngsten Inhaftierung holte er im Oktober 2002 in seiner Heimatstadt erstmals die Internationale WBC-Meisterschaft, jenen Titel, den er nun gegen Veit erfolgreich verteidigen will.

Sollte das gelingen, kommt Brähmer seinem Ziel, einem WM-Kampf, ein ganzes Stück näher. Und mit Universum-Chef Kohl weiß Brähmer für dieses Vorhaben einen wichtigen Unterstützer hinter sich. "Jürgen ist ein Jahrhunderttalent. Vielleicht der technisch beste Boxer, den Deutschland je hatte." Am Samstag wird sich Brähmer gegen Veit beweisen müssen.

© SID

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