Boxen National
"Gentleman" Maske hält an Comeback-Plänen fest

Henry Maske will trotz des Debakels von Box-Kollege Axel Schulz an seinen Comeback-Plänen festhalten. "Mich lässt es diese Aufgabe nur noch respektvoller angehen, als ich es ohnehin schon tue", sagte der "Gentleman".

Mit nur wenigen Worten kommentierte Henry Maske die Niederlage seines Kollegen Axel Schulz: "Mir tut es für Axel leid. Er hatte sich viel vorgenommen, vielleicht für den Anfang zu viel", teilte der "Gentleman" auf seiner Internetseite mit. Viel mehr nicht. An seinen eigenen Comeback-Plänen jedoch änderte das peinliche Debakel von Schulz am Samstag in Halle/Westfalen nichts. "Mich lässt es diese Aufgabe nur noch respektvoller betrachten und angehen, als ich es ohnehin schon tue", erklärt der 42-Jährige immerhin.

Die technische K.o.-Niederlage in der sechsten Runde von Schulz gegen den zuvor weithin unbekannten US-Amerikaner Brian Minto war nur für RTL ein Triumph. In der Spitze über zwölf Mill. Zuschauer sahen sich die Demontage eines Publikumslieblings live im Fernsehen an. Die produzierten Bilder waren erstklassig. "Wir haben den Kampf deshalb mit einem lachenden und einem weinenden Auge gesehen", erklärte RTL-Sprecher Matthias Bolhöfer, "natürlich haben wir uns von Axel mehr versprochen und sind deshalb enttäuscht. Aber so etwas kann im Sport jederzeit passieren."

Der Maske-Kampf ist durch die Ereignisse in Halle vom Kölner Sender keinesfalls in Frage gestellt. "Wir werden den Samstag sicherlich für uns analysieren", meinte Bolhöfer, "aber an unserer Grundkonzeption und Strategie wird sich nichts ändern."

Revanche gegen Hill

Der ehemalige Halbschwergewichts-Weltmeister will am 31. März in München wieder gegen Virgil Hill in den Ring steigen. Es soll die Revanche nach über elf Jahren für Maskes einzige Niederlage seiner Karriere im November 1996 werden, nach der der "Gentleman" seine Laufbahn beendet hatte. Maskes Pause ist also noch vier Jahre länger als die von Schulz, er wird bereits 43 Jahre alt sein, wenn er in den Ring steigt und sein Gegner ist ein besserer Boxer als Minto, Hill ist zwar gleich alt wie Maske, hat aber nie aufgehört zu boxen.

Auch Henry Maske bereitet sich in den USA mit einem amerikanischen Trainer vor, mit seinen ersten ernsthaften Sparrings-Übungen war er sehr zufrieden. Doch dem "Gentleman" ist zuzutrauen, dass er noch kurzfristig aussteigt, wenn er Zweifel bekommt. Auch wenn zu hören ist, dass er angeblich die Gage von drei Mill. Euro wegen eines missglückten Investments gut gebrauchen kann.

Wegner: "Er hat mehr zu verlieren als Axel"

"Um Henry mache ich mir Sorgen", erklärte nach dem Schulz-Kampf dann auch Trainer Ulli Wegner, "er hat mehr zu verlieren als Axel." Matchmaker Jean-Marcel Nartz weiß auch: "Um jeden Boxer in Henrys Alter muss man sich Sorgen machen." Promoter Klaus-Peter Kohl warnt ebenfalls: "Henry hat ewig nicht im Ring gestanden, während Virgil Hill durchgeboxt hat. Er hat dabei große Namen geschlagen, während Henry gar nichts gemacht hat."

Allerdings sind die beiden ehemaligen Weggefährten Maske und Schulz charakterlich völlig unterschiedliche Typen. Maske wird sicherlich nicht derartig vor dem Kampf mental einknicken, wie es Schulz passiert ist. Der kühle Analytiker Maske weiß genau, worauf er sich einlässt, Schulz wurde von dem Ereignis überwältigt und hatte schon verloren, bevor er in den Ring kletterte. "Ein Vergleich, nur weil beide ein Comebacck machen, verbietet sich", meint auch Bohlhöfer, "von Schulz Rückschlüsse auf Henry zu ziehen, ist sicher nicht angebracht."

© SID

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