Boxen National
Hoffmann boxt in Mühlheim um seine Zukunft

In seinem 40. Profikampf tritt Timo Hoffman heute in Mülheim/Ruhr in einem Sauerland-Stall-Duell gegen den Berliner Cengic Koc an. Dabei geht es allerdings nicht um einen Titel, sondern um die Zukunft beider Boxer.

Wenn heute Timo Hoffmann in Mülheim/Ruhr zu seinem 40. Profikampf in einem Stall-Duell von Promoter Wilfried Sauerland gegen den Berliner Cengic Koc antritt geht es nicht um Titel, sondern um die Zukunft der beiden Preisboxer: Wer verliert, muss gehen.

Sauerland wollte den inzwischen 32 Jahre alten Hoffmann eigentlich schon im Juni 2005 loswerden, nachdem der gelernte Bäcker und Konditor nach schwacher Leistung einen Kampf um die Europameisterschaft gegen den kurzfristig als Ersatzgegner eingesprungenen Italiener Paolo Vidoz verloren hatte. "Wenn einer nicht Europameister werden kann, lohnt sich das Boxen nicht", sagte der Promoter damals. Der Schwergewichtler, der einst unter seinem Spitznamen "deutsche Eiche" ein Hoffnungsträger in der Königsklasse für den Berliner Promoter war, bestand aber auf Erfüllung seines bis Ende 2007 datierten Vertrages.

Seit 1997 kämpft der 2,02m lange Blondschopf als Profi. Den Durchbruch geschafft aber hat er nie, die große Klappe stand nie in Relation zu den Leistungen im Ring. Dass er bei seiner ersten EM-Chance im November 2000 gegen Witali Klitschko zwar übel verprügelt wurde, aber nicht K.o. ging, wertete er als heimlichen Sieg für sich. Möglicherweise aber hat Klitschko damals schon die Karriere des gebürtigen Eislebeners de facto beendet.

"Problem Angst" könnte entscheidend sein

Denn die Erinnerung an die schweren Schläge des Ukrainers scheinen seitdem bei Hoffmann im Hinterkopf zu stecken. "Timo ist fit und gut drauf", sagt Trainer Manfred Wolke: "Leider wird er mit dem Problem seiner Angst nicht fertig, das könnte auch gegen Koc entscheidend sein."

Der Coach aus Frankfurt/Oder war bis vor sechs Wochen für den Pollehner verantwortlich. Dann ging Hoffmann im Sparring K.o. und ward seitdem nicht mehr im Wolke-Camp gesehen. Wieder einmal entzog er sich unangenehmer Arbeit durch Flucht und heuerte bei einem anderen Coach an. Er überwarf sich bereits mit Ulli Wegner, mit Wolke, ging in die USA zu Bobby Mcgirt, kehrte zu Wolke zurück und trainiert nun bei seinem alten Amateurtrainer Detlef Schulze.

"Meine Form ist gut, meine Fans werden mich auch noch im 50. Profikampf feiern", behauptet Hoffmann nun in üblicher Großsprecher-Manier. Sein Gegner steht immerhin ebenfalls unter Erfolgsdruck. Auch Koc konnte bislang die Hoffnungen von Sauerland nicht erfüllen, verlor ebenfalls zweimal um die EM.

© SID

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