Boxen National
Krasniqi kämpft gegen Bostice um Sekt oder Selters

Wenn Luan Krasniqi heute (22.45 Uhr/live im ZDF) in Stuttgart gegen David Bostice in den Ring steigt, zählt für den Profiboxer nur ein Sieg. Im Fall einer Niederlage dürfte der Rottweiler auf keinen WM-Kampf mehr hoffen.

Luan Krasniqi steht am Scheideweg seiner Karriere: Wenn der Profiboxer am heutigen Samstag in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart (22.45 Uhr/live im ZDF) bei seinem Comeback gegen David Bostice in den Ring steigt, darf er sich keine weitere Niederlage leisten. Nur bei einem Sieg in dem Zehn-Runden-Kampf gegen den aus den Slum-Vierteln von Los Angeles stammenden US-Boxer darf der Rottweiler auf einen erneuten WM-Kampf im Schwergewicht hoffen.

Bei seiner ersten Chance, als erster Deutscher nach Max Schmeling wieder Weltmeister aller Klassen zu werden, unterlag Krasniqi am 28. September 2005, dem 100. Geburtstag des deutschen Jahrhundertsportlers, in einer dramatischen Ringschlacht gegen den Amerikaner Lamon Brewster. Eigentlich hatte Krasniqi auf einen quotenträchtiges Rückkampf gegen den harten Puncher aus Los Angeles gehofft, doch dieser Traum wurde ihm von dem Weißrussen Sergej Lijakowitsch zerstört, der Brewster inzwischen den WBO-Titel abgenommen hat.

"So schnell wie möglich WM-Kampf bekommen"

"Mein Ziel ist jetzt, so schnell wie möglich eine Weltmeisterschaft gegen Lijakowitsch zu bekommen", sagte Krasniqi, "ich hoffe, mein Promotor kann das umsetzen." Der gebürtige Kosovo-Albaner weiß, dass ihm langsam aber sicher die Zeit davon läuft, am 10. Mai wird er schließlich schon 35 Jahre alt. "Dafür fühle ich mich aber noch ziemlich unverbraucht", meint er.

Auf einen Kampf gegen den neuen IBF-Champion Wladimir Klitschko, der am letzten Samstag mit einer brillanten Leistung Chris Byrd entthronte, hätte Krasniqi natürlich auch Lust. Aber diese Chance gibt es zur Zeit nicht. "Er ist ein guter Boxer, aber derzeit für mich uninteressant, weil er keinen Titel hat", erklärte Klitschko unmissverständlich.

Vor Krasniqis WM-Träumen steht also die Pflichtaufgabe gegen Bostice um wieder Ringgefühl zu bekommen und Selbstbewusstsein zu sammeln. Der erste Kampf nach einer schweren Niederlage ist schließlich oft der schwerste. "Bostice ist keiner, der sich einfach hinlegen wird", urteilt Trainer Torsten Schmitz über den 34-Jährigen, der in 46 Kämpfen zehn Niederlagen hinnehmen musste und einmal Remis boxte. Vor sechs Jahren ging er allerdings bereits in der zweiten Runde gegen Wladimir Klitschko zu Boden.

Auch für Bostice die letzte Chance

Für Bostice ist der Kampf die letzte Möglichkeit, noch einmal in der Szene auf sich aufmerksam zu machen. "Auf mich ist sechsmal geschossen worden, das war wesentlich gefährlicher, als in einen Boxring zu steigen", sagt er: "Es ist eine große Chance für mich, gegen einen der Top-Fighter der Welt zu kämpfen."

© SID

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