Boxen National
Maske kann Zweifel an Comeback nicht ausräumen

Auch auf der letzten Pressekonferenz vor dem Revanche-Fight gegen Virgil Hill konnte Henry Maske die Zweifel am Sinn des Kampfes nicht ausräumen. Dem Ex-Weltmeister könnte es sogar so ergehen wie unlängst Axel Schulz.

Knapp zweieinhalb Wochen vor dem Comeback-Kampf von Henry Maske bleiben immer noch Zweifel am Sinn und Zweck der Veranstaltung. Auch auf der letzten Pressekonferenz vor der "Revanche" gegen Virgil Hill konnte Maske die Kritiker nicht verstummen lassen. Der ehemalige deutsche Vorzeige-Boxer war in einem schwarzen Anzug zu dem Pressetermin erschienen und wirkte dabei verkrampft und bemüht. "Ich will um den Sieg kämpfen, beim letzten Mal hat es nicht gereicht, es ist klar, dass ich das revidieren will", versichert der "Gentleman".

Zuversicht hört sich anders an. Die Zweifel, was er am 31. März in der Münchner Olympiahalle nach zehn Jahren und vier Monaten Wettkampfpause zu bieten hat, kann Maske nicht ausräumen.

Auch beim letzten öffentlichen Auftritt wird nicht so ganz klar, worum es eigentlich geht bei diesem Kampf. Die Show scheint jedenfalls eminent wichtig zu sein. Der Moderator Gregor König und Maskes Manager Werner Heinz weisen gleich darauf hin, dass es "tolle Showacts" geben wird. Die deutsche Pop-Prinzessin Sarah Conner, die schon mal die Nationalhymne falsch gesungen hat, wird ein eigens für "Sir Henry" und diesen Abend komponiertes Lied zum Vortrag bringen. "The impossible Dream", heißt es: "Der unmögliche Traum". Wenn das mal kein schlechtes Omen ist.

Maske: "Die Energie ist noch in mir"

Vor 13 Monaten hat Maske nach eigenem Bekunden erfahren, dass Hill, der ihn am 23. November 1996 nach Punkten (und mit 2:1 Stimmen der Punktrichter) besiegte, sich den WM-Titel nach Version der World Boxing Association (WBA) geholt hat. "Da stellte ich mir die Frage, ob ich dazu auch noch in der Lage bin", erzählt er. Die Frage hat er sich mit "ja" beantwortet, "weil ich gespürt habe, dass die Energie noch in mir ist". Das muss reichen als Erklärung. Seinen Entschluss, weiß Maske, "kann nicht jeder verstehen, aber wichtig ist, dass ich das verstanden habe".

Sportlich geht es freilich um gar nichts zwischen den zwei 43 Jahre alten Herren. Hill ist immerhin Weltmeister im Cruisergewicht (90,7kg), doch sein Gürtel wird ihm bleiben. "Mein Titel ist nicht in Gefahr, egal, ob ich gewinne ... oder gewinne", betont er mit einem frechen, aber sympathischen Grinsen. Der US-Amerikaner strahlt Zuversicht aus. Er wirkt locker, entspannt, wie einer, der keinem etwas beweisen muss. Maske dagegen gesteht, er könne "nicht unterschreiben", dass es ihm nicht so gehe wie neulich Axel Schulz: "Aber ich arbeite täglich daran, dass es nicht so kommt."

Maske und Hill haben sich darauf geeinigt, dass sie beim Kampf nicht mehr als 190 Pfund (86,4 kg) wiegen wollen. Auch sonst soll es zugehen wie bei einem richtigen Weltmeisterschaftskampf, so wie vor mehr als zehn Jahren, als Maske an gleicher Stelle in seinem 31. und bis dahin letzten Kampf die Krone im Halbschwergewicht (79,4kg) nach Version der IBF verlor.

Auch Kämpfe gegen Michalczewski und Rocchigiani möglich

Hill hat seitdem nicht aufgehört zu boxen. Er steht mehr oder weniger voll im Saft. Er lässt aber auch durchblicken, dass es ihm ums Geld geht - und Maske womöglich auch. Er könne sich noch Revanchen gegen Dariusz Michalczewksi vorstellen und gegen den zur Zeit inhaftierten Graciano "Rocky" Rocchigiani, "wenn er von seinem kleinen Urlaub zurückkommt".

Denn Deutschland, das sei "ein großartiger Ort für Boxkämpfe". Und es sei ein "großartiger Ort, um Geld zu machen", ergänzt Maske da spontan auf Englisch. Der Konter von Hill sitzt noch besser: "Hey, deswegen machen wir das Ganze doch, oder?"

Maske hat übrigens auch eine neue Einmarschmusik. "Cursed to fight". "Zum Kämpfen verflucht."

© SID

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