Boxen National
Mittelgewichtler Felix Sturm rehabilitiert sich

Nach seiner Niederlage gegen den Spanier Javier Castillejo hat sich Mittelgewichts-Boxer Felix Sturm eindrucksvoll zurückgemeldet. In Berlin gewann der 27-Jährige durch Technischen K.o. gegen den Australier Gavin Topp.

Felix Sturm hat die große Bühne des Boxsports wieder betreten. Der 27 Jahre alte Mittelgewichtler gewann am Samstagabend seinen Comeback-Kampf gegen den Australier Gavin Topp durch Technischen K.o. in der sechsten Runde und könnte schon im März wieder um den WM-Gürtel der WBA boxen. Vor 3 500 Zuschauern im Berliner Estrel-Hotel brach der Ringrichter den Fight in Runde sechs ab, nachdem sich der Australier eine klaffende Wunde über dem linken Auge zugezogen hatte.

In der gleichen Veranstaltung hatte zuvor der Argentinier Mariano Natalio Carrera überraschend den Spanier Javier Castillejo durch Technischen K.o. in der elften Runde besiegt. Castillejo war erst im Juli 2006 WBA-Champion geworden, nachdem er Sturm in Hamburg durch K.o.-Sieg besiegt hatte.

"Es ist wichtig, dass ich mein Ringgefühl zurückbekommen habe. Das war ein Riesenschritt Richtung WM", sagte Sturm. Im Juli erst hatte der Mittelgewichtler seinen Titel überraschend an Castillejo verloren. Eine weitere Niederlage hätte ihn weit zurückgeworfen. "Felix ist heute stärker in den Ring zurückgekehrt", sagte sein Box-Promotor Klaus-Peter Kohl (Hamburg).

Sturm-Trainer Michael Timm atmete nach dem Kampf durch: "Felix hat präzise geboxt und aus seinen Fehlern gelernt. Er hat wieder auf seine Ecke gehört." Im Duell mit Castillejo hatte Sturm trotz Trainer-Ermahnungen seine Deckung geöffnet und war dem Spanier ins offene Messer gelaufen.

Sturm mit wenig Verständnis für Pfiffe

Wenig Verständnis zeigte Sturm für die Pfiffe des Publikums, das sich über den frühen Abbruch in der sechsten Runde beschwerte. Topp hatte nach einer krachenden Rechten eine klaffende Wunde über dem linken Auge. "Man muss auf die Gesundheit der Boxer achten. Die Leute wollen aber immer, dass Blut fließt", beschwerte sich Sturm.

Eine aufgeheizte Stimmung erlebte das Estrel auch beim WM-Sieg des Argentiniers Carrera, der überraschend Titelverteidiger Castillejo durch Technischen K.o. in der elften Runde besiegte. Castillejos Trainer Ricardo Sanchez Atocha war über den Abbruch so erbost, dass er auf den Ringrichter stürzte und erst von Bodyguards zurückgehalten werden konnte. "Das war Korruption. Der Ringrichter ist ein Freund oder Verwandter von Carrera. Er hat ihn die ganze Zeit angetrieben und meinen Schützling geschwächt."

Carrera verneinte jegliches verwandtschaftliches Verhältnis und genoss seinen Sieg: "Jetzt wird gefeiert, und wenn die Party vorüber ist, rufen wir Herrn Kohl an und verhandeln." Kohl blickte zuversichtlich nach vorne: "Felix will schnell wieder um die WM boxen. Wir werden mit Carrera verhandeln. Ein WM-Kampf könnte schon im März steigen."

© SID

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