Boxen National
"Rocky" will mit seiner Biographie austeilen

Ex-Weltmeister Graciano Rocchigiani will im Herbst seine Biographie herausbringen und sieht diese als Verbal-Hieb auf die deutsche Boxszene. Das Buch soll schmerzhafte Enthüllungen über Missstände im Boxsport liefern.

Die Zeiten in denen Graciano Rocchigiani im Ring einstecken musste, sind längst vorbei. Nun will "Rocky" außerhalb des Rings austeilen. Der ehemalige Weltmeister plant, im Herbst seine Biographie "15 Runden" zu veröffentlichen und kündigt für die deutsche Boxszene schmerzhafte Enthüllungen an. "Ich erzähle, wie es war - und nur die Wahrheit. Mir ist klar, dass einige Muffensausen bekommen", kündigte der 42-Jährige in einem Interview mit den Berliner Tageszeitungen Die Welt und Morgenpost an. Seit der vergangenen Woche arbeitet der auch außerhalb des Rings durch zahlreiche Skandale berühmt gewordene Ex-Champion an dem Buch, das auch verfilmt werden soll.

"Es passieren Sachen im Boxen, die mit dem Sport nichts zu tun haben. Teilweise geht es zu wie bei der Mafia. Dass Kämpfe verschoben werden, sehen die Zuschauer selbst", sagte der Ex-Profi und kündigte an: "Ich werde erzählen, was hinter den Kulissen läuft, wie da bestochen wird, dass da Kokain-Partys veranstaltet werden."

Rocchigiani: "Ich verlor Kämpfe, die ich nicht verloren habe"

Rocchigiani, der im Dezember wegen vorsätzlicher Trunkenheit am Steuer vom Amtsgericht Frankfurt/Oder verurteilt wurde, gesteht ein: "Klar habe ich mitgelebt und davon profitiert." Als Boxer könne man jedoch nichts für die Zustände. "Wir müssen das machen, was Promoter und Manager sagen. Wenn Du das nicht machst, bekommst du Probleme. So wie ich. Dadurch verlor ich Kämpfe, die ich nicht verloren habe", sagte der Berliner in Anspielung an seine ersten Duelle gegen Dariusz Michalczewski und Henry Maske.

Von den aktuellen Boxern zeigt sich "Rocky" vor allem von Mittelgewichtler Artur Abraham beeindruckt. Der Weltmeister könne "hauen, nehmen und auch boxen." Wenig hält Rocchigiani dagegen von Schwergewichtler und Ex-Weltmeister Wladimir Klitschko: "Der war keiner und wird auch keiner mehr. Auch wenn er gegen Chris Byrd wieder Weltmeister werden sollte. Im Vergleich zu John Ruiz und Nikolaj Walujew ist er allerdings ein Überflieger."

© SID

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