Boxen National
Trabant gesteht Anabolika-Einnahme

Eine einjährige Sperre droht Michel Trabant nach der Einnahme von Anabolika. Der 28 Jahre alte Profiboxer gestand die Einnahme der Substanz, die ihm beim Kampf am 6. Mai gegen Marco Cattikas nachgewiesen worden war.

Profiboxer Michel Trabant ist am Tiefpunkt seiner Karriere angelangt. Der frühere Europameister im Weltergewicht hat die Einnahme von Anabolika vor seinem letzten Kampf gegen Marco Cattikas am 6. Mai in Düsseldorf zugegeben und muss mit einer einjährigen Sperre rechnen. Sein Manager Klaus-Peter Kohl (Hamburg) von Universum Box-Promotion verurteilte das Vorgehen aufs Schärfste, verzichtete aber zunächst auf arbeitsrechtliche Konsequenzen.

"Michel hat ein Geständnis abgegeben. Das macht für uns die Sache einfacher. Wir brauchen nicht auf die Öffnung der B-Probe zu warten", sagte Bodo Eckmann. Der Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB) kündigte an, dass in den kommenden Tagen eine Entscheidung bekannt gegeben werde: "Laut Satzung wird wohl eine einjährige Sperre ausgesprochen."

Promoter Kohl zeigte sich tief getroffen

Promoter Kohl zeigte sich tief getroffen: "Michel Trabant kenne ich nun seit über zehn Jahren und ich hätte ihm eine solche, den Sport und die Fairness verachtende Handlung nie zugetraut", erklärte der Manager, stellte aber fest: "Aber er hat das Dopingvergehen jetzt zugegeben. Dieses unterscheidet ihn zumindest von den Dopingsündern, die auch nach unbestreitbaren Beweisen noch die Unschuldslämmer spielen."

Beim Kampf am 6. Mai gegen Cattikas wurde bei "Trabi" die Einnahme der verbotenen Substanz nachgewiesen. Der Berliner hat bislang 45 Profi-Kämpfe bestritten, davon 43 gewonnen. Von April 2002 bis September 2003 war der Schützling von Universum-Trainer Torsten Schmitz Europameister.

Anabolika, weil er "so gut aussehen wollte wie Felix Sturm"

Der Boxer selbst wollte sich zu dem Vorfall nicht äußern. Angeblich soll er Anabolika genommen haben, weil er "so gut aussehen wollte wie Felix Sturm", schreibt die Bild. Der Leverkusener Sturm, wie Trabant auch bei Universum Boxpromotion unter Vertrag, gilt seit seinen WM-Erfolgen als deutscher Vorzeige-Boxer. Trabants Lebensgefährtin wollte das Motiv nicht bestätigen: "Dazu sage ich nichts", teilte sie am Handy kurz mit, ehe sie weitere Anfragen wegdrückte.

Trainer Schmitz zeigte sich ebenfalls betroffen: "Schade, er war gerade wieder im Aufwind." Vor allem im letzten Kampf gegen Cattikas habe "Trabi" einen Formanstieg erkennen lassen, so Schmitz: "Ich weiß nicht, ob er weiter boxen wird. Er ist ein fleißiger Athlet, der in der Zukunft noch einiges erreichen könnte."

"Er wird noch Weltmeister"

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere hatte "Trabi" im September 2003 im Berliner Estrel-Hotel einen WM-Kampf bestritten und gegen den US-Amerikaner Jose Antonio Rivera nach Punkten verloren. "Er wird noch Weltmeister", hatte damals sein Gegner behauptet. Am selben Abend hatte Trabants Stallgefährte Felix Sturm durch einen Sieg gegen den Argentinier Hector Velazco im Mittelgewicht erstmals und überraschend in seiner Karriere den WM-Gürtel gewonnen.

Anschließend jedoch folgte für "Trabi" der Absturz, im Ring wie auch privat. Im April 2004 unterlag er dem Franzsoen Frederic Klose nach Punkten im Kampf um die EM. Privat ging seine Beziehung zu Ehefrau Anja in die Brüche. Zusammen haben sie einen Sohn. Auch der in der Boulevardpresse angekündigte Neuanfang von Trabant und seiner Ehefrau blieb erfolglos.

© SID

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